Altes testament

Adam und Eva

Der "Sündenfall" ist auf Kamin- und Ofenplatten über fast drei Jahrhunderte eines der am verbreitesten biblischen Motive. Adam und Eva sind stets als Einzelfiguren seitlich vom Baum der Erkenntnis gruppiert, um dessen Stamm sich eine Schlange windet, die Sinnbild der Verführung, des Bösen, des Teufels ist und Eva "betört": Sie reicht Adam die auf Einflüsterung des Teufels vom Baum gebotswidrig gepflückte "Frucht". Als Folge der Rebellion beschreibt die Bibel, dass Adam und Eva ihre Nacktheit erkennen, woraufhin sie sich Kleidung aus Feigenblättern anfertigen. Vor Gott versuchen sie sich zu verstecken. Zum ersten Mal ist etwas im Paradies vorhanden, was vorher nicht bekannt war: die Verletzung des Schamgefühls. Gott stellt sie zur Rede, woraufhin Adam die Schuld Eva zuschreibt und Eva der Schlange. Beide werden aus dem Garten Eden vertrieben. Eva muss fortan Kinder unter Schmerzen gebären, Adam wird der harte und mühselige Ackerbau auferlegt.

Inv.-Nr. 143   Adam und Eva

Kaminplatte, 75 x 64 cm, Cousance, ab 1. H. 16. Jh.

 

Die biblische Szene ist naiv dargestellt. Adam und Eva stehen unter dem apfeltragenden Baum der Erkenntnis, Eva hält in ihrer Rechten einen Apfel. Um den Baum windet sich die eherne Schlange, die in ihrer Darstellung mit Flügeln eher an einen Drachen erinnert und sich drohend in Richtung Eva wendet. Adam und Eva bedecken ihren Schambereich, als Symbol dafür, dass der Sündenfall bereits vollzogen ist. Links und rechts am Fuße des Baumes liegen zwei Fabelwesen, mit Löwenmähne, die linke gehörnt.

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 16  Adam und Eva/Wappen Claude de Valhey

Kaminplatte, 101 x 84 cm, Cousance,  ab 1572

 

 

 

Diese Kaminplatte besitzt die gleiche Modelgrundlage wie die vorherige Gussplatte, enthält ergänzend noch Wappenembleme.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 144   Adam und Eva

Kaminplatte. 77 x 77 cm, Lothringen, 1. H. 16. Jh

 

Eine weitere frühe Kaminplatte mit der Darstellung von Adam und Eva im Renaissance-Stil in für das 16. Jh. typischer sechseckiger Fom zeigt imovalen Rahmen Adam rechts vom Baum der Erkenntnis sitzend auf einem Stein, während er von Eva links vom Baum den verbotenen Apfel aus deren linker Hand empfängt. Die sich um den Baum windende Schlange wendet sich der Übergabe zu. Evas Rechte weist mit ausgestrecktem Zeigefinger gen Himmel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 541  Adam und Eva

Kaminplatte, 60 x 60 cm, Lothringen,  1. H. 17. Jh.

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 481   Adam und Eva

Ofenplatte, xx x xx cm, Altleiningen (?), 1. H. 18. Jh.

 

In dieser Szene stehen Adam rechts und Eva links vom Baum der Erkenntnis, um dessen Stamme sich die Schlange windet und in dessen Krone zahlreiche Äpfel hängen. Eine Vielzahl von Tieren füllen den Garten, sogar ein Einhorn tritt vonrechts in die biblische Szene.

 

Die unten liegende Schriftkartusche ist leer geblieben.

 

Die Gestaltung der Platte hat sehr große Ähnlichkeit mit Ofenplatten aus der Produktion der Hütte in Altleiningen.

 

Auffallend ist die große Breite der Mauerleiste und die drei darauf befindlichen Stempel in Form einer aufrecht stehenden Lilienblüte.

 

 

 

 

Inv.-Nr. 145   Adam und Eva

Ofenplatte, 49 x 56 cm, Geislautern, 1. H. 18. Jh.

 

Auf dieser Ofenplatte steht Adam rechts vom Baum der Erkenntnis und wendet dem Betrachter den Rücken zu, während die sich um den Baum windende Schlange sich Adam zuwendet. Eva steht links vom Baum und hält sich einen Zweig vor den Schambereich, beide Verhaltensweisen sind ein Zeichen dafür, dass der "Sündenfall" bereits vollzogen ist, das Schamgefühl entwickelt und auch die verbotswidrig gepflückte Frucht ist nicht mehr zu sehen.

In der unteren Schriftkartusche ist die erzeugende Hütte zu lesen

 

GEISLAUTERN

 

 

 

 

Inv.-Nr. 146   Adam und Eva

Ofenplatte, 46 x 55 cm, Fischbach, dat. 1736

 

Auf dieser Ofenplatte steht Adam steht rechts vom Baum der Erkenntnis und wendet sich dem Betrachter zu. Eva steht links vom Baum und hält in ihrer Linken den verbotenen Apfel. Dieses Motiv stellt die Szene unmittelbar vor dem "Sündenfall"  dar, beide sind vollständig nackt.

In der unteren Schriftkartusche ist die erzeugende Hütte mit Datierung zu lesen

 

FISCHBACH

                                                                             1736

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 147   Adam und Eva

Ofenplatte, 48 x 57 cm, Fischbach, dat. 1736

 

 

Diese Ofenplatte ist eine Dublette der vorherigen Gussplatte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 148   Adam und Eva

Ofenplatte, 48 x 58 cm, Fischbach, dat. 1736

 

 

Diese Ofenplatte ist eine Dublette der vorherigen Gussplatte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Inv.-Nr. 149   Adam und Eva

Ofenplatte,  47 x 63 cm, Quint, ab 1683

 

 

Anders als in den vorherigen Darstellungen der beiden saarländischen Adam und Eva Darstellungen zeigt sich diejenige aus der Produktion der Hütte in Quint. Adam und Eva stehen nicht mehr voller Spannung seitlich des Baumes, sondern sie stehen sich geradezu gelockert gegenüber, beide - mit verschränkten Beinen - an einem Baum gelehnt. Adam führt gerade den Apfel zum Mund und Eva weist auf die in einem Baum hinter ihr kriechenden Schlange. In der unteren Schriftkartusche steht der Name der erzeugenden Hütte

 

qVINTE

 

 

 

 Diese Darstellung des Sündenfalls geht auf einen Kupferstich von Marcantonio Raimondi zurück.

 Marcantonio Raimondi, italiensicher Kupferstecher, geboren um 1480 in Bologna, dort gestorben um 1530. Er bildete seinen graphischen Stil an dem Werk Albrecht Dürers aus und verarbeitete dessen Ideen in der italiensichen Kunst. Zahlreiche Arbeiten Dürers wurden von ihm kopiert. Von 1510-1527 war er in Rom tätig, wo er die Bekanntschaft von Raphael machte. Er arbeitete nach dessen Zeichnungen, woraus auch der Kuperstich Adam und Eva resultierte. Nach Raphaels Tod (1520) verlor er seinen künstlerischen Halt.

Adam und Eva flankiert von zwei Bäumen, im Hintergrund eine Stadt Marcantonio, Kupferstich nach Marcantonio Raimondi (geb. um 1480–gest. vor 1534), nach Vorlage von Raphael (gest. 1520) Bologna

ca. 1512–14

https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/

 

 

 

 

Inv.-Nr. 150   Adam und Eva

Ofenplatte, 36 x 60 cm, Quint, ab 1683

 

 

 

Ofenplatte auf Basis des gleichen Bildmodels wie die Ofenplatte Inv.-Nr. 149, allerdings als Stirnplatte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

Inv.-Nr. 151   Adam und Eva

Ofenplatte,  54 x 71 cm, Eisenschmitt/Weilerbach (?), ab 1683

 

Diese Ofenplatte hat das gleiche Bildmodel zur Vorlage wie die vorangegangenen mit Quint signierten Ofenplatten mit der Darstellung von Adam und Eva. Bei dieser Platte fehlt allerdings der Hüttennamen in der unteren Schriftkartusche.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 153   Adam und Eva

Ofenplatte, 35 x 60 cm, Eisenschmitt/Weilerbach (?), ab 1683

 

Die Ofenplatte besitzt die gleiche Modelvorlage wie die Ofenplatte Nr. 151. In der unteren Schriftkartusche befindet sich eine Modelstempel, welches einen Kopf zeigt mit darüber liegendem Helm. offensichtlich ein Hinweis auf den Besteller der Platte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 152   Adam und Eva

Ofenplatte, 46 x 58 cm, Südeifel/Hunsrück (?), um 1700

 

Diese Ofenplatte zeigt Adam und Eva ähnlich gestaltet wie die Variante aus der Hütte Quint. Es wurrde offensichtich die gleiche Bildvorlage benutzt. Auch hier stehen Adam und Eva nicht mehr voller Spannung seitlich des Baumes, sondern sie stehen sich geradezu gelockert gegenüber, beide - mit verschränkten Beinen - an einem Baum gelehnt. Die unten liegende Schriftkartusche ist leer. Auffällig ist die Ornamentik auf dem Mauerrand.

Die Herkunft ist nicht ganz klar. Die Platte könnte ein Produkt einer Hütte im Hunsrück oder der Südeifel sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 442   Adam und Eva

Ofenplatte, 49 x 67 cm, Südeifel, 2. H. 16. Jh.

 

Das Bild dieser Ofenplatte ist zweigeteilt. Im oberen Bildbereich stehen Adam und Eva links und rechts von einem an eine Balustersäule erinnernden (Baum-)Stamm, der als Mittelachse der Szene dient. Eva reicht Adam den Apfel. Oben auf der Säule sitzt der gehörnte Teufel, der in seiner ausgebreiteten Linken und Rechten jeweils einen kastenförmigen Gegenstand hält. Rechts und links davon Ast- und Laubwerk.

Im unteren Bildbereich ist im kreisförmigen Medaillon ein Portrait abgebildet, welches von aufrechtstehenden drachenähnlichen Geschöpfen flankiert wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vertreibung aus dem Paradies

Die Folge des Sündenfalls war die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies. Eine häufig anzutreffende bildliche Gestaltung zeigt den "Engel mit dem Flammenschwert", der die Sünder Adam und Eva aus dem Paradies jagt.

Inv.-Nr. 154   Vertreibung aus dem Paradies

Ofenplatte, 35 x 56, Saarland, dat. 1736

 

Im Mittelpunkt der Szene steht der Vertreibungsengel, in der Rechten ein Flammenschwert. Adam, hier im Fellrock, läuft links aus dem Bild; Eva ist nicht mehr zu sehen. Der Engel, mit Flügeln, holt hinter dem Fliehenden zum schwungvollen Streich mit seinem gezackten Flammschwert aus. In der rechten oberen Ecke erkennt man Sonnnstrahlen, ein Symbol für die Allgegenwart Gottes. Die Platte trägt im Sockel die Bezeichnung:

 

SAARBRUCK

1 7 3 6

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 155   Vertreibung aus dem Paradies

Ofenplatte, 35 x 56, Saarland, dat. 1736

 

 

 

Bei dieser Ofenplatte handelt es sich um eine Dublette der vorherigen Ofenplatte Inv.-Nr. 154

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Inv.-Nr. 156   Vertreibung aus dem Paradies

Ofenplatte, 35 x 59 cm, Saarland, dat. 173_

 

Eine interessante Variante der vorherigen Gussplatten zeigt diese Ofenplatte, offensichtlich ebenfalls aus der Produktion einer nassauischen Hütte. Sie ist den Vorherigen Ofenplatten 154/155 sehr ähnlich. Auffälligster Unterschied ist die Ausrichtung der Beine des Engels. Während das Beinpaar beim vorherigen Bildmotiv nach links ausgerichtet ist, sind sie bei dieser Variante nach rechts ausgrichtet.

Die Platte trägt im Sockel ebenfalls die Bezeichnung

 

SAARBRUCK

 

Bei der Datierung im Model ist die letzte Ziffer freigehalten:

 

                                                      1 7 3 _

 

 

 

 

Inv.-Nr. 157   Vertreibung aus dem Paradies

Ofenplatte, 35 x 35 cm, Saarland, 1, H. d. 18. Jh.

 

 

 

Bei dieser Gussplatte handelt es sich um eine Dublette der vorherigen Platte Inv.-Nr. 156, allerdings fehlt hier der untere Kartuschenbereich.

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 507   Turmbau zu Babel

Kaminplatte, 60 x 60 cm, Lothringen, 1. H. 17. Jh.

 

Im Zentrum des Bildes der Turm zu Babel, bewacht von einem links daneben stehenden überdimensionierten Pikinier mit Lanze und Säbel und Federbuschmütze. Im Hintergrund erkennt man die Personen die Baumaterial anliefern und dieses über eine Leiter auf die Turmspitze bringen, oben erkennt man eine Hebevorrichtung und eine Kanone. Im Hintergrund hat der Formenschneider Palmen und einen Kaktus angeordnet

 

Alle Menschen hatten die gleiche Sprache und gebrauchten die gleichen Worte. Als sie von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Land Schinar und siedelten sich dort an. Sie sagten zueinander: Auf, formen wir Lehmziegel und brennen wir sie zu Backsteinen. So dienten ihnen gebrannte Ziegel als Steine und Erdpech als Mörtel. Dann sagten sie: Auf, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm mit einer Spitze bis zum Himmel und machen wir uns damit einen Namen, dann werden wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen....

Loth und seine Töchter

Das Gottesgericht über Sodom und Gomorra und Loths zur Salzsäule erstarrtes Weib sind bis heute bekanntes Erzählgut aus der Bibel. Mit der Darstellung dieser Szene auf den Bibelöfen sollten die Menschen daran erinnert werden, dass sündiges Tun Gottes Strafe nach sich ziehen wird.

Und die Männer sprachen zu Lot: Hast du noch irgend hier einen Eidam und Söhne und Töchter, und wer dir angehört in der Stadt, den führe aus dieser Stätte. Denn wir werden diese Stätte verderben, darum daß ihr Geschrei groß ist vor dem HERRN; der hat uns gesandt, sie zu verderben. Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Eidamen, die seine Töchter nehmen sollten: Macht euch auf und geht aus diesem Ort; denn der HERR wird diese Stadt verderben. Aber es war ihnen lächerlich.
Da nun die Morgenröte aufging, hießen die Engel den Lot eilen und sprachen: Mache dich auf, nimm dein Weib und deine zwei Töchter, die vorhanden sind, daß du nicht auch umkommst in der Missetat dieser Stadt. Da er aber verzog, ergriffen die Männer ihn und sein Weib und seine zwei Töchter bei der Hand, darum daß der HERR ihn verschonte, und führten ihn hinaus und ließen ihn draußen vor der Stadt.
 Und als sie ihn hatten hinausgebracht, sprach er: Errette dein Seele und sieh nicht hinter dich; auch stehe nicht in dieser ganzen Gegend. Auf den Berg rette dich, daß du nicht umkommst.  Aber Lot sprach zu ihnen: Ach nein, Herr! Siehe, dieweil dein Knecht Gnade gefunden hat vor deinen Augen, so wollest du deine Barmherzigkeit groß machen, die du an mir getan hast, daß du meine Seele am Leben erhieltest. Ich kann mich nicht auf den Berg retten; es möchte mich ein Unfall ankommen, daß ich stürbe. Siehe, da ist eine Stadt nahe, darein ich fliehen kann, und sie ist klein; dahin will ich mich retten (ist sie doch klein), daß meine Seele lebendig bleibe.
Da sprach er zu ihm: Siehe, ich habe auch in diesem Stück dich angesehen, daß ich die Stadt nicht umkehre, von der du geredet hast. Eile und rette dich dahin; denn ich kann nichts tun, bis daß du hineinkommst. Daher ist diese Stadt genannt Zoar. 23 Und die Sonne war aufgegangen auf Erden, da Lot nach Zoar kam.
Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen von Himmel herab auf Sodom und Gomorra und kehrte die Städte um und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande gewachsen war. Und sein Weib sah hinter sich und ward zur Salzsäule

 

Quelle: https://www.bibel-online.net

Inv.-Nr. 158   Loth und seine Töchter

Ofenplatte, 60 x 78 cm, Quint, ab 1683

 

In dieser Szene steht Loth im Mittelpunkt, wie er - seine Hände machtlos ausbreitend - von zwei Engeln aus dem brennenden Sodom geführt wird. Die beiden Töchter folgen. Eine trägt ein Fluchtbündel auf dem Kopf. In der Schriftkartusche unten steht der Name der erzeugenden Hütte

 

qUINTE

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Darstellung geht auf einen Kupferstich von Virgil Solis, ein deutscher Zeichner und Kupferstecher zurück.

 

Virgil Solis wuchs als Sohn eines zugezogenen Malers in Nürnberg auf. Er heiratete 1539, wurde 1540 Meister und begann in seiner Werkstatt mit zahlreichen Gesellen, darunter bald auch die eigenen Söhne, eine ungewöhnliche Produktivität zu entfalten. Sein Gesamtwerk beziffert sich auf 700 Holzschnitte und 1300 Kupferstiche

 

 

Inv.-Nr. 161   Loth und seine Töchter

Ofenplatte, 60 x 78 cm, Quint, ab 1683

 

 

Dublette der vorherigen Platte, jedoch als linke Ofenseitenplatte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 159   Loth und seine Töchter

Ofenplatte, xx x xx cm, Eisenschmitt/Weilerbach (?), ab 1683

 

 

Dieser Ofenplatte liegt das gleiche Model zugrund, wie der Ofenplatte Inv.-Nr. 158, allerdings weist die Schriftkartusche keinen erzeugenden Hüttennamen auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 160   Loth und seine Töchter

Ofenplatte, xx x xx cm, Eisenschmitt (?), ab 1683

 

 

Dieser Ofenseitenplatte basiert auf dem selben Model wie die Ofenstrirnplatte Inv.-Nr. 159

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Opferung Isaaks

Zu einer der beliebtesten Darstellungen des Alten Testamentes auf Kamin- und Ofenplatten gehörte über fast zwei Jahrhunderte das Opfer Abrahams. Dargstellt ist die Schilderung der Bibel, in der Gott das unbedingte Vertrauen in Abraham erneut probt, in dem er den sehnlichst erwarteten und von Gott der alten und unfruchtbar geltenden Sara verheißenen Erben Isaak zu opfern bereit ist. Fast alle Plattenbilder zeigen den gleichen Aufbau: Der Knabe Isaak kniet betend vor dem holzbeschichtetetn Opferaltar, Abraham holt zum Schlag aus und wird von einem aus den Wolken kommenden Engel durch Festhalten des Schwertes an der Ausführung des Schlages gehindert. Statt des eigenen Sohnes sollte Abraham dann einen Wider opfern.

 

...Nimm deinen einzigen Sohn, den Du lieb hast, den Isaak, begib dich in das Land Moria und bringe ihn dort auf einem der Berge, den ich dir noch zeigen werde, zum Brandopfer dar."

Inv.-Nr. 162   Opferung Isaaks

Ofenplatte, 39 x 57 cm, Neunkirchen, um 1730

 

Im Mittelpunkt der Opferungsszene steht hier der langbärtige Abraham. Er hält den Kopf des Knaben Isaak, der auf einem Altar kniet, mit der Linken fest. Mit der Rechten holt er zum Schlage mit dem Schwert aus, im rechten oberen Teil des Bildes erkennt man den Engel, der das Schwert im letzten Augenblick mit beiden Händen umfasst und zurückhält.

Links unten im Bild ist der Wider zu erkennen, der schließlich an Stelle des Knaben geopfert wird.  Im Schriftfeld unten steht die Szene beschrieben mit dem Hinweis auf die Bibelstelle (22. Kapitel der Geensis):

 

GOT BEFILT ABRA

                                                       HAM SEINEN SON ISACK

                                                       ZU OP GE AM 22 C

 

Die Ausgestaltung mit Tulpenranken war für einen bestimmten Formenschneider zu Beginn des 18. Jh. im Saarland typisch, weswegen er "Meister des Tulpenornaments" genannt wurde.

 

 

 

 

Inv.-Nr. 163   Opferung Isaaks

Ofenplatte, Neunkirchen, 38 x 58 cm, Saarland

 

 

Diese Ofenplatte stellt eine Dublette der Ofenplatte Inv.-Nr. 162 dar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 164   Opferung Isaaks

Ofenplatte, 35 x 56 cm, Neunkirchen, dat. 1733

 

 

 

Diese Ofenplatte ist nach dem gleichen Bildmodel gefertigt wie die Ofenplatten Inv.-Nr. 162/163,  allerdings wurde eine Datierung in das Jahr

 

1733

 

mit abgeformt.

 

 

  

 

 

 

Inv.-Nr. 165   Opferung Isaaks

Ofenplatte, 39 x 57 cm, Neunkirchen, um 1730

 

Ähnlich gestaltet wie die vorherigen Platten ist diese Ofenplatte aus der Produktion der Hütte in Neunkirchen. Zentral in der Mitte findet sich Abraham mit dem ausholenden Schwert, der Isaak auf einem Altar stehend, am Kopf festhält. Oben aus den Wolken erscheint der Engel, der das Schwert mit seiner rechten an der Ausführung des Schlages hindert. In einer Schriftkartusche am unteren Rand liest sich der Name der erzeugenden Hütte

 

NEV    KIRCH

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 166   Opferung Isaaks

Kaminplatte, 60 x 65 cm, Lothringen, um 1700

 

Diese Kaminplatte zeigt eine lothringische Variante der Darstellung der Opferung Isaaks. Hier kniet Isaak vor einem Altar, auf dem sich brennende Holzstücke befinden. Der lanbärtige Abraham drückt ihn mit der Linken nach unten und erhebt mit der Rechten das Schwert. Ein aus den Wolken ragender Engel umfasst imSonnstrahl das Schwert mit seiner linken Hand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Traumdeutung des Pharao

Die Josephsgeschichte, die letzte Erzählung der Genesis ist auf vielen Kamin- und Ofenplatten festgehalten, und zwar in den Szenen: "Joseph wird verkauft" und "Joseph deutet den Traum des Pharao".

 

Pharao sprach zu Joseph: Mir träumte ich stand am Ufer bei dem Wasser und sah aus dem Wasser steigen sieben schöne, fette Kühe; die gingen auf der Weide im Grase. Und nach ihnen sah ich andere sieben, dürre, sehr häßliche und magere Kühe heraussteigen. Ich habe in ganz Ägyptenland nicht so häßliche gesehen. Und die sieben mageren und häßlichen Kühe fraßen auf die sieben ersten, fetten Kühe. Und da sie sie hineingefressen hatten, merkte man's nicht an ihnen, daß sie die gefressen hatten, und waren häßlich gleich wie vorhin. Da wachte ich auf. Und ich sah abermals in einen Traum sieben Ähren auf einem Halm wachsen, voll und dick. Darnach gingen auf sieben dürre Ähren, dünn und versengt. Und die sieben dünnen Ähren verschlangen die sieben dicken Ähren. Und ich habe es den Wahrsagern gesagt; aber die können's mir nicht deuten.
   25 Joseph antwortete Pharao: Beide Träume Pharaos sind einerlei. Gott verkündigt Pharao, was er vorhat. Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre, und die sieben guten Ähren sind auch die sieben Jahre. Es ist einerlei Traum. Die sieben mageren und häßlichen Kühe, die nach jenen aufgestiegen sind, das sind sieben Jahre; und die sieben mageren und versengten Ähren sind sieben Jahre teure Zeit. Das ist nun, wie ich gesagt habe zu Pharao, daß Gott Pharao zeigt, was er vorhat. Siehe, sieben reiche Jahre werden kommen in ganz Ägyptenland. Und nach denselben werden sieben Jahre teure Zeit kommen, daß man vergessen wird aller solcher Fülle in Ägyptenland; und die teure Zeit wird das Land verzehren, daß man nichts wissen wird von der Fülle im Lande vor der teuren Zeit, die hernach kommt; denn sie wird sehr schwer sein. Daß aber dem Pharao zum andernmal geträumt hat, bedeutet, daß solches Gott gewiß und eilend tun wird.
Nun sehe Pharao nach einem verständigen und weisen Mann, den er über Ägyptenland setze, und schaffe, daß er Amtleute verordne im Lande und nehme den Fünften in Ägyptenland in den sieben reichen Jahren und sammle alle Speise der guten Jahre, die kommen werden, daß sie Getreide aufschütten in Pharaos Kornhäuser zum Vorrat in den Städten und es verwahren, auf daß man Speise verordnet finde dem Lande in den sieben teuren Jahren, die über Ägyptenland kommen werden, daß nicht das Land vor Hunger verderbe.

 

Quelle:

https://www.bibel-online.net

Inv.-Nr. 388   Josef deutet den Traum des Pharao

Ofenplatte, 60 x 61 cm, Zinsweiler, dat. 1803

 

Die Traumdeutung ist auf mehreren elsässischen Ofenplatten dargestellt. Vor dem Thron des Pharao steht Joseph und deutet gestenreich den Traum des Pharao. 3 Hofbeamte verfolgen die Traumdeutung im Palast. In der Bildkartusche heißt es:

 

LIBER GENESIS

CAPVT XLI

(Buch Genesis, Kapitel 41)

 

 

 

Die Schreibweise CAPVT für Kapitel wird auf vielen Gussplatten elsässischer Herkunft vorallem aus der Hütte Zinsweiler verwendet, bis in das 19. Jh. hinein. Zwischen den Arkaden findet sich das Jahr der Herstellung

 

1803

 

Diese Darstellung des Sündenfalls geht auf Merian, Matthäus d. Ä. (geb. 1593, gest. 1650) zurück.

 

nach: Merian, Matthäus d. Ä.; 1593–1650.

Kupferstich, 1670, von Pierre Mariette (1634–1716) nach Merian. Aus: L’Histoire du Vieux et du Nouveau Testament (..)
Par le Sieur de Royaumont, Nouvelle edition, Paris (Jean Villette) 1723, S. 63.
Berlin, Sammlung Archiv für Kunst und Geschichte.

 

 

 

 

Inv.-Nr. 168   Josef deutet den Traum des Pharao

Ofenplatte, 60 x 61 cm, Zinsweiler, um 1800

 

 

Diese Ofenplatte stellt eine Dublette der Ofenplatte Inv.-Nr. 167 dar, ohne deren Datierung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Simson

Nach der Bibel ist Simson von Gott auserwählt, Israel von den Philistern zu befreien, deren Gewalt das Volk Gottes vierzig Jahre ausgesetzt war. Die hervorstechendsten Taten Samsons fanden sich in Bildern auf Kamin- und Ofenplatten wieder. Oft zeigen die Gussplatten auch mehrere Szenen aus dem Leben Simsons.

Inv.-Nr. 169   Simsons Taten

Ofenplatte, 61 x 67 cm, , Saarland (?), 2. H. 17. Jh.,

 

Aus dem "Buch der Richter" sind auf Kamin- und Ofenplatten einige Taten des Simson überliefert.

 

Mittig erschlägt Simson mit einem Eselskinnbacken "1000 Philister".  Simson erscheint  groß und übermächtig, wie er - von Gott beauftragt - Israel von den Philistern befreit. In der Linken hält er einen Eselskinnbacken, die erschlagenen Philister liegen auf dem Boden, deren Waffen weit verstreut.

 

Oben rechts erkennt man Simson, wie er aus der "Ruferquelle" trinkt - das Wasser sprudelt aus einem Eselsbacken.

 

Unten links erkennt man einen der 300 Schakale mit brennendem Schwanz, die Simson in die Getreidefelder scheucht.

 

Unten rechts ist der Verrat der Delila (Haare scherend) gezeigt. In der Textkartusche unten steht geschrieben:

 

WUNDER WERCK

SAMBSON

 

 

 

 

David und Goliath

Viele Kamin- und Ofenplatten zeigen Begebenheiten aus dem Leben des König Davids nach den beiden Büchern Samuel und dem 2. Buch der Könige. Sehr beliebt ist die Geschichte des kleinen David als er gegen den großen Philister Goliath kämpft und ihn besiegt.

 

David, nur mit einem Stab, Schleuder und fünf Bachkieseln in seiner Hirtentasche "bewaffnet" und deshalb von Goliath mit Hohn und Spott überschüttet, läuft dem riesigen Philister entgegen, ... griff mit einer Hand in die Tasche, holte einen Stein heraus, schleuderte und traf den Philister auf die Stirn. Der Stein drang in die Stirn ein, und jener fiel mit dem Gesicht zur Erde hin ... David lief hin, stellte sich vor den Philister, ergriff dessen Schwert, zückte es aus der Scheide und tötete ihn, indem er ihm den Kopf abhieb. Die Philister sahen, daß ihr stärkster Held tot war, und flohen ...

Inv. Nr. 170   David und Goliath,

Ofenplatte, 47 x 57 cm, Neunkirchen, um 1740

 

Die Ofenplatte zeigt den Kampf Davids gegen den Philister-Riesen Goliath.

Die beiden Kontrahenten stehen sich gegenüber. Der mit einer Lanze bewaffnete übermächtige Goliath läßt auf den ersten Blick keinen Zweifel aufkommen, wer Herr im Lande ist. David hält in seiner Rechten eine lanze während der mit der Linken zum Schleudern ausholt. Goliath nimmt die Herausforderung (den linken Arm lässigin die Seite gestützt) mit Überheblichkeit und voller Spott an.

Im Hintergund erkennt man die Zelte der Kriegstruppen Goliaths. In der Schriftkartusche ist zu lesen:

 

 

WIE DAVIT GOLIATH

DEN RISEN ERLIGT DAS

I BVCH DER KÖNIGEN

IM I7 CA

 

Die Zuordnung der Bibelstelle wird häufig als falsch bezeichnet. Vermutlich aber hatten die Künstler dieser Platte die altgriechische Bibelübersetzung des Alten Testaments - die Septuaginta - als Vorlage. Dort sind die beiden "Samuel".Bücher und die beiden "Königs"-Bücher zur gemeinsamen Überschrift "Bücher der Königsherrschaft" zusammengefasst. Danach wäre die David-und-Goliath-Geschichte tatsächlich im 17. Kapitel des "1. Buchs der Könige" zu finden und nicht im "1. Buch Samuel", wie es heute geläufig ist.

 

Die Ausgestaltung mit Tulpenranken war für einen bestimmten Formenschneider zu Beginn des 18. Jh. im Saarland typisch, weswegen er "Meister des Tulpenornaments" genannt wurde.

 

 

 

 

JOAB TÖTET ABNER

David auf der Flucht, schont Saul mehrfach, als dieser bei blindwütigen Verfolgungen Davids in Gefahr gerät. Wie von einer Wahrsagerin prophezeit, fallen Saul und Jonathan in der nächsten Schlacht gegen die Philister. David wird zum König von Juda mit dem von Gott zugewiesenen Sitz in Hebron erhoben. Er besiegt die Philister und bringt die entführte Bundeslade nach Jerusalem zurück.

Die Nachkommen Sauls unter Anführung von Abner, seinem Neffen und Feldherrn, machen Eschbaal zum König über ganz Israel. es kommt zum Krieg, angeführt von Abner aus dem Hause Saul und dem Feldherrn Joab für das Haus Juda. Als Abner im Kampfspiel Asahel, Joabs Bruder (beide sind Söhne von Davids Schwester Zeruia) versehentlich durch einen Stich in den Unterleib tötet, sieht sich Joab gezwungen,das Blut des Bruders zu rächen. Wenig später sucht Abner David in Hebron zu politischen Gesprächen über die Zukunft von ganz Israel auf. Ihm ist freies Geleit zugesichert. Auf dem Heimweg begegnet er Joab und seinen Leuten, die von einem Raubzug heimkehren. Joab beschwert sich bei David, daß er Abner frei ziehenlasse und sendet diesem ohne Wissen Davids einen Boten nach, um ihn zur Fortsetzung der Gespräche zurückzuholen ... Abner kam so wieder nach Hebron, und Joab führte ihn in die Mitte des Tores. Er tat so, als wollte er heimlich mit ihm reden, versetzte ihm dort aber einen Stich in den Unterleib. So mußte er sterben, um das Blut Asahels, des Bruders Joabs zu sühnen ...

Inv.-Nr. 372   Joab tötet Abner

Ofenplatte, xx x xx cm, Wallonie (?), Anfang 17. Jh.

 

Die Ofenplatte zeigt des Meuchelmord Joabs. Joab (links) sticht den ihn umarmenden Abner in den Leib. Hinter Joab stehen seine judäischen Krieger, hinter Abner ein Reiterknecht mit dem Pferde seines Feldherrn. Unter das Bild ist der französische Text gesetzt:

 

ABNER EST TVE DE IOAB

2 SAMUAL 3 CAPITEL

(Abner wird von Joab getötet)

 

Im Sockelfeld zeigt die Platte Tugendallegorien, links Prudentia (mit Schlangen), rechts vermutlich Justitia. Die mittlere Darstellung ist schwer zu deuten: Eine knieende Gestalt umfasst mit beiden Händen ein geschupptes Band oder einen Stamm: es könnte ein Engel sein sein oder Maria Magdalena, die den Kreuzesschaft umfasst.

 

Diese Darstellung des Sündenfalls geht auf Hans Sebald Beham (geb. 1500, gest. 1550) zurück.

 

Hans Sebald Beham war ein bedeutender Maler und Kupferstecher. Sebald Beham war der ältere Bruder Barthel BehaMS. Sein erster Vorname Hans, der nach der Form seines Monogramms angenommen wird, ist in den zeitgenössischen Quellen nicht nachweisbar. Über die Ausbildung der beiden Maler und Kupferstecher sind ebenfalls keine zeitgenössischen Quellen erhalten. Durch die künstlerische Nähe zu Albrecht Dürer wird in der Sekundärliteratur vermutet, dass die Brüder Beham ihre Ausbildung in der Werkstatt Dürers erhielten.

 

Bayerische Staatsbibliothek Information in erster Linie Bildähnlichkeitssuche
Beham, Hans sebald: Biblicae Historiae Artificiosissme Depictae
Beham, Hans Sebald, (1537)
https://bildsuche.digitale-sammlungen.de/index.html?c=start&l=de

David begehrt Batseba

Eines Tages, als Joab gerade wieder einmal auf Kriegszug war, stand David von seinem Lager auf und lustwandelte auf dem Dach des Königspalastes. Da sah er vom Dach aus eine badende Frau von überaus schöner Gestalt. David schickte einen Gesandten und erkundigte sich nach der Frau. Man meldete ihm: "Das ist Batseba, die Tochter Eliams, die Frau des Hethiters Uria".

David schickt Boten hin und ließ sie holen. Sie kam zu ihm, und er wohnte ihr bei ... Batseba wird schwanger und läßt es David wissen. Er wil unter allen Umständen verhindern, als Egebrecher bloßgestellt zu werden. Er läßt Uria, den Chef seiner leibwache aus Kretern und Peletern, der ermüdet von einem Feldzug seinen Dienst vor demPalast verrichtet, rufen, unterhält sich anteilnehmend mit ihm und schickt ihn nach Hause, es sich nach den Anstrengungend es feldzuges bequem zu machen. Doch Uria bleibt pflichtgetreu, aber wohl auch mißtrauisch im Dienst. Als alle Überredungen, Geschenk eund auch Gelage nichts fruchten, schickt david Batsebas Mannin den Krieg. Mit Hilfe Joabs erreicht David sein Ziel: Uria fällt; David nimmt Basteba zur (dritten) Frau.

2 Samuel 11

Inv.-Nr. 171   David begehrt Batseba

Ofenplatte, 91 x 93 cm, Südeifel (?), 2. H. 17. Jh

 

Die Ofenplatte zeigt diese Szene in frühbarocker höfischer Ausschmückung. Batseba sitzt im Bad, von Tüchern fast verhüllt. Zwei Dienerinnen mit Badeessenzen sind ihr zur Seite. Ein junger Mann in korrekter Uniform mit Degen, den Hut in der Hand, überbringt die Einladung von König David, der sich über die Dachbrüstung beugt, die Harfe unter dem Arm. Den Brunnen - hier links im Bilde - krönt ein Putto, der einen wasserspeienden Fisch hochhält.

Im unteren Segment ist in der Ornamentik ein Frauenkopf integriert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

David und Absalom

Davids Sohn von der verführten Batseba stirbt kurz nach der Geburt, wie vom Propheten Natan (dem Weisen) als Strafe für den Ehebruch geweissagt. Später gebiert Batseba David wieder einen Sohn, den von Gott gewollten Nachfolger auf dem Königsthron, Salomo. Auch die anderen Söhne Davids - Absalom, Amnon und Adonia - wollen Thronnachfolger werden. Amnon wird von Absolom getötet, nachdem der beider schöne Schwester Tamar begehrt und geschändet hatte. Von David verfolgt, muß Absalom zu seinem Großvater Talmais nach Geschur fliehen. Als Davids Zorn verflogen war, holt (der immer noch regierende) Joab den machtlüsternen Sohn Davids zurück, der nun in Jerusalem "die Herzen der Israeliten stielt", in dem er allen gefällig ist. Schließlich gelingt es ihm, sich in Hebron zum König ausrufen zu lassen. David sieht sich gezwungen, aus Jerusalem zu fliehen. Es kommt zum Krieg zwischen Vater und Sohn, der Joab als obersten Feldherrn absetzt.  Enttäuscht darüber tritt Joab wieder in Davids Dienste und erhält vor der Entscheidungsschlacht im Wald Ephraim wie die Befehlshaber Abischag und Ittai den strikten Befehl: "Verschont mir den jungen Absalom." Davids Truppen sind siegreich ...

Der Zufall wollte es, daß Absalom den Kriegsknechten Davids unter die Augen kam. Er ritt auf einem Maultier. Das Maultier kam unter das Astwerk einer großen Eiche. Absaloms Kopf blieb an der Eiche hängen, er schwebte zwischen Himmel und Erde, da das Maultier unter ihm weggelaufen war ... Man meldet das dem Joab. Er ist wütend, daß sie ihn nicht getötet haben, obwohl er selbst an Davids Befehl erinnert wird, den Königssohn zu schonen. ... Er nahm drei Speere in seine Hand und stieß sie Absalom ins Herz, der noch lebend an der Eiche hing. Zehn Krieger, Joabs Waffenträger, kamen herzu und schlugen Absalom vollends tot ...

2 Samuel 18

Inv.-Nr. 172   Der Tod des Absalom

Ofenplatte, 95 x 82 cm, Pfalz, 2. H. 17. Jh.

 

Die Hauptszene zeigt in naiv-volkstümlicher Darstellung Absalom, den Sohn König Davids, der auf der Flucht vor seinen Verfolgern mit den Haaren am Ast einer Eiche hängen bleibt. Vor dem an der Eiche baumelnden Absalom (im Hintergrund die Stadtmauern von Hebron) werden zwei Kanonen positioniert. Rechts von den Kanonen hat sich ein kleiner Kanonier positioniert, vor den Kanonen sind Pulverfässer und Kugelsäcke zu erkennen. Er schießt hinter drei mit Schilden bewehrten Reitern her, die - von einem Hund begleitet - schon an der Eiche vorbeigesprengt sind, an der Absalom hängt, noch einen Fuß auf das Hinterteil seines fliehenden Maultiers gestützt. Von rechts stürmen drei weitere Reiter, ausgerüstet wie die Vorbeigerittenen, mit angelegten Lanzen gegen den an den Haaren festhängenden Absalom. Im Sockelfeld des reich dekorierten Rahmens heißt es:

 

 

 

ABSALON SEIN VATER VERFOLGET HEDT

AM BAUM BLEIBT HANGEN WIRD GEDÖDT

 

 

Der ovaloide (Schuppen)rahmen, flankiert von gebälktragenden Postamenten ist eine für diese Szene typische Konstellation, die sich auf allen weiteren Absalomplatten im folgenden wiederfindet. Es ist davon auszugehen, dass die verschiedenen Künstler alle die gleiche biblische Bildvorlage benutzten.

 

 

 

 

Inv.-Nr. 173   Der Tod des Absalom

Ofenplatte, 96 x 83 cm, Pfalz, 2. H. 17. Jh.

 

Sehr ähnlich zur vorherigen Ofenplatte zeigt sich die Gestaltung dieser Gussplatte. Vor dem an der Eiche baumelnden Absalom (im Hintergrund die Stadtmauern von Hebron) werden zwei Kanonen positioniert. Rechts von den Kanonen hat sich ein kleiner Kanonier positioniert, vor den Kanonen sind Pulverfässer und Kugelsäcke zu erkennen. Er schießt hinter drei mit Schilden bewehrten reitern her,die - von einem Hund begleitet - schon an der Eiche vorbeigesprengt sind, an der Absalom hängt, nun ohne Kontakt zum  Hinterteil seines fliehenden Maultiers gestützt. Von rechts stürmen drei weitere Reiter, ausgerüstet wie die Vorbeigerittenen, mit angelegten Lanzen gegen den an den Haaren festhängenden Absalom. Im Sockelfeld heißt es:

 

 

 

ABSALON SEIN VATER VER

FOLGET HEDT AM BAUM BLEIBT

HANGEN WIRD GEDÖDT

 

 

 

 

Inv.-Nr. 175   Der Tod Absoloms

Ofenplatte, 85 x 80 cm, Saarland/Südpfalz, 2. H. 17.Jh

 

Sehr ähnlich zur vorherigen Ofenplatte zeigt sich die Gestaltung dieser Gussplatte. Vor dem an der Eiche baumelnden Absalom (im Hintergrund die Stadtmauern von Hebron) werden zwei Kanonen positioniert. Rechts von den Kanonen hat sich ein kleiner Kanonier positioniert, vor den Kanonen sind Pulverfässer und Kugelsäcke zu erkennen. Er schießt hinter drei mit Schilden bewehrten reitern her,die - von einem Hund begleitet - schon an der Eiche vorbeigesprengt sind, an der Absalom hängt, nun ohne Kontakt zum  Hinterteil seines fliehenden Maultiers gestützt.

 

Von rechts stürmen drei weitere Reiter, ausgerüstet wie die Vorbeigerittenen, mit angelegten Lanzen gegen den an den Haaren festhängenden Absalom. Im Sockelfeld heißt es:

 

 

ABSALON SEIN VATER VERFOLGEN THAT

AM BAUM BLEIBT HANGEN WIRD GETODT

 

 

 

 

Inv.-Nr. 174   Der Tod des Absalom

Kaminplatte, 98 x 94 cm, Elsaß/Südpfalz, 2. H. 17. Jh.

 

Diese Bildmotiv ist dem der vorherigen Platten sehr ähnlich, aber etwas schlichter gestaltet. Drei mit Schilden ausgestattete Reiter sind am Baum, an dem Absalom hängt, bereits vorbeigeritten. Absalom selbst hängt frei vom Baum, sein Maultier kann ihn schon nicht mehr stützen. Drei mit Speeren bewaffente Reiter zielen auf ihn, unten richtet ein Kanonier zwei Kanonen auf die vorbeigerittenen Reiter. Im Hintergrund das Stadttor von Hebron. Im Sockelfeld unten steht:

 

ABSOLON SEIN VATER VERFOLGETHE

AM BAUM BLEIBT HANGEN WIRD GEODT

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. XXX   Der Tod des Absalom

Kaminplatte, 98 x 94 cm, Eichelhütte, dat. 1702

 

 

 

IN BEARBEITUNG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 176   Der Tod des Absalom

Ofenplatte, 94 x 82 cm, Lahngebiet, 2. H. 17. Jh.

 

Dieses Bildmotiv des Todes Absaloms reduziert das Geschehen im Walde Ephraim auf Absalom und den mit zwei gefährten heranstürmenden Joab, mit einem großen Feldbusch auf dem Ritterhelm. Auf Absalom sind die drei Speere seiner Gegner (von denen bei zweien nur die behelmten Köpfe zu sehen sind) gerichtet. Von Absaloms Maultier ist links nur noch das Hinterteil im Bild. In der Kartusche ist der Hinweis auf die Bibelstelle zu lesen:

 

IM 2 BVCH SAMUELIS 18 CAPITEL

 

In der darunter liegenden Schriftleiste heißt es:

 

 

 

ABSALOM BLEIBT AN DER EICHE HANGEN

SEIN VATTER NACH IHN HAT VERLANGE

ALS ER VERNIMPT SEINES SOHNES TOD

SPRICHT ER GAR KLÄGLICHE WORT

 

 

Diese Darstellung geht auf Augustin Hirschvogel (geb. 1502, gest. 1553) zurück.

 

Augustin Hirschvogel war ein deutscher Künstler, Geometer und Kartograph der Renaissance. Er war der Sohn des berühmten Nürnberger Glasmalers Veit Hirschvogel der Ältere, der in Nürnberg fast ein Monopol auf die Herstellung von Glasfenstern für Kirchen hatte. In der Werkstatt des Vaters lernten und arbeiteten Augustin und sein Bruder Veit der Jüngere.

Als die Reformation in Nürnberg Fuß fasste und die einträglichen Glasmalereien für die Katholische Kirche als Einnahmequelle wegfielen, muss sich Augustin Hirschvogel selbständig gemacht und nach anderen Tätigkeitsfeldern umgesehen haben. Um 1530 besaß er zusammen mit den Nürnberger Töpfern Hanns Nickel und Oswald Reinhart eine eigene Werkstatt, die verzierte und glasierte Tonkrüge herstellte. In Nürnberg hergestellte Krüge wurden, obwohl sie nicht unbedingt aus Hirschvogels Werkstatt stammten, „Hirschvogelkrüge“ genannt.  Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts schuf der vielseitige Künstler auch Kupferstiche und eine große Zahl von Radierungen.

 

https://www.artsy.net/artwork/augustin-hirschvogel-absalom-slain-by-joab

Das Urteil des salomons

Zwei Mütter, Dirnen, sagt die Bibel, die im selben Haus wohnen, erscheinen mit einem neugeborenen Knaben vor Salomons Thron. Beide behaupten, es sei ihr Kind. Jede beschuldigt die andere, des nachts das eigene tote Kind mit dem Lebenden der anderen vertauscht zu haben. Salomon läßt sein Schwert bringen und befiehlt zum Schein, das lebene Kind in zwei Hälften zu teilen. Die falsche Mutter erklärt sich mit dieser Lösung einverstanden. Die richtige Mutter verzichtet aber aus Liebe zu ihrem Kind auf ihren Anspruch und will es lieber lebend der anderen Frau überlassen. Salomon weiß so, wer die richtige Mutter ist und übergibt ihr das Kind.

1 Könige 3

Inv.-Nr. 177   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 108 x 87 cm, Geislautern, dat. 1737

 

Das Bildmodel ist wohl ein Meisterwerk der Holzschnitzkunst, sowohl was Komposition der Szene als auch die Durchführung der Arbeit anbelangt.

Zentral im Bild sitzt König Salomon mit Krone auf dem Kopf unter einem Baldachin auf einem löwengeschmückten Thron. Vor dem Thron liegt das tote Kind auf dem Boden, während ein königlicher Soldat das lebene Kind an den Füßen kopfüber hochhält und mit dem Schwert in der rechten auf den Befehl des Königs zur Teilung des Kindes wartet. Links vor dem Thron kniet die wahre Muitter und fleht um das Leben ihres Kindes, während die Betrügerin rechts auf die Tötung des lebendigen Kindes wartend steht. Ein zweiter Soldat steht hinter dem Thron und beobachtet die Szene. Vor dem Thron liegt ein schlafender Hund. Im Hintergrund sieht man die städtischen Gebäude. Beachtenswerte ist die Umrandung der Szene, deren Ecken barock nach innen eingezogen sind und der für Gussplatten aus saarländischen Hütten kennzeichnend ist. Es ist möglich, dass der bekannte Saarbrücker Maler, Bildhauer und Architekt Stengel (1694-1787) bei der Ausführung des Models Pate gestanden hat

 

Im unteren Steg ist die Gussplatte signiert mit

 

17     GEISLAUTEREN     37

 

 

Anmerkung:

Die Vorlage für das Model dieser Platte wird Friedrich Joachim Stengel (1694-1787), zugeschrieben, Architekt, Maler und Bildhauer sowie hoher Verwaltungsbeamter (Generalbaudirektor) in Saarbrücken, geboren in Zerbst, Studium an Berliner Kunstakademie (Zeit Andreas Schlüters und Eosander von Goethes). Studien in Oberitalien, Architekt der Orangerie in Fulda. Kam 1735 nach Saarbrücken um den großzügigen Kunstideen des Fürsten monumentalen Ausdruck zu verleihen. Künstler und Kunsthandwerker, Italiener, Franzosen, Tiroler und Deutsche zogen ihm nach Saarbrücken (Bau der Ludwigskirche). Nach Zeichnungen Stengels, sein Lieblingsbildhauer war J. Gounin aus St. Avold, der viel an seinen Bauten arbeitete. Unter den Ofenplatten aber gibt es so hervorragend entworfene Stücke in feinstem Rocaille, dass wir hier die Hand und die Schule Stengels oft selbst im Entwurf vermuten müssen, wie auch der Saarbrücker Maler, so Dryander, sich mit dem Zeichnen für Eisengussarbeiten beschäftigt haben, so dass hier Kunst und Industrie einmal ineinander gingen. Johann Friedrich Dryander: Saarbrücker, späterer Hofmaler, ging 1774 nach Darmstadt.

 

 

 

 

Inv.-Nr. 178   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 107 x 84 cm, Saarland, 1. H. 18. Jh.

 

 

Diese Kaminplatte besitzt die gleiche Bildvorlage wie die vorherige Kaminplatte. Es fehlt jedoch die Signierung. Sie ist das Produkt einer Nassauischen Hütte, entweder Geislautern, Fischbach oder Neunkirchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 441   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 107 x 84 cm, Saarland, 1. H. 18. Jh.

 

 

Diese Kaminplatte ist eine Dublette der vorherigen Platte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 179   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 131 x 129 cm, Saarland, 1. H. 18. Jh.

 

Diese Kaminplatte besitzt die gleiche Bild-vorlage wie die beidenvorherigen Kamin-platten. Es fehlt eine die Signierung. Sie ist mittels einer Vorlage auf imposante Abmes-sungen vergrößert. Die Freiflächen sind mit einer Vielzahl von Füllstücken versehen, die mit zwei verschiedenen Stempeln angefertigt wurden. Letztere findet man ebenfalls sowohl auf Gussplatten aus Geislautern als auch auch Neunkirchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kaminplatte "Das Urteil des Salomons" im Schloss Merzig-Hilbringen

Signierung mit:

DE MAVRICE                        DE HVMBERT

                                1764

von SIE(R)SBERG

Heinrich Josef de Maurice de Siersberg (geb.24.06.1699; gest. 24.09.1772 in Forbach)

Appolonia de Humbert (geb. 10.11.1709 in Bettingen)

Heirat am 11.08.1733 in Forbach

Erbauer des Schlosses in Hilbringen im Jahre 1745

 

 

 

Inv.-Nr. 180   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 96 x 80 cm, Saarland/Lothringen, dat. 1784

 

Künstlerisch deutlich weniger gelungen im Vergleich zu den vorherigen Salomonplatten zeigt sich diese Variante. Der Bildaufbau ist demjenigen der vorherigen Bildvorlage sehr ähnlich, es wurde vermutlich die gleiche Bildvorlage genutzt.

 

Es findet sich zudem die gleiche Umrandung der Szene, deren Ecken barock nach innen eingezogen sind.

 

Im oberen Steg ist die Platte signiert mit

 

PETRUS                         TVNGER

 

und neben dem Baldachin datiert in das Jahr

 

                                                                                                                                                         17                     84

 

 

 

 

Inv.-Nr. 181   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, Fragment 80 x 77 cm, Saarland/Lothringen, 18. Jh.

 

 

Hierbei handelt es sich um ein Fragment einer Kaminplatte mit der gleichen Bildvorlage wie die der vorherigen Kaminplatte, eine Signierung fehlt hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 182   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 108 x 91 cm, Eisenschmitt/Weilerbach (?), dat. 1702

 

Im Zentrum dieser Darstellung steht nicht der weise König Salomon sondern der mit der Teilung des Kindes beauftragte Soldat. Er hält das Kind kopfüber an einem Bein und holt mit einem mächtigen Säbel zum Schlage aus. Salomon sitzt abwartend unter einem einfachen Baldachin auf dem Thron. Die beiden Frauen befinden sich hinter dem mit der Tötung des Kindes beauftragten Soldaten. Die Mutter des Kindes liegt flehend auf dem Boden, während die Betrügerin scheinbar unbeeindruckt dem Geschehen zusieht. Zu Füssen des Königs liegt vor dem Thron das tote Kind. Im Vordergrund und rechts eben dem König ist nicht ganz maßstabsgerecht zwei weitere mit Speeren bewaffnete Soldaten zu erkennen.

 

 

Eingerahmt wird die Szene durch ineinander verschachtelte Blütenkelche umgeben von Lorbeerzweigen. Im Schriftfeld unten steht in französisch geschrieben:

 

 

PREMIER IVIEMENT DE

SALOMON 1702

(Erstes Urteil des Salomon)

 

 

 

 

Inv.-Nr. 183   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 80 x 77 cm, Eisenschmitt/Weilerbach (?), dat. 1702

 

 

Diese Kaminplatte besitzt die gleiche Modelgrundlage wie die vorherige Kaminplatte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 184   Das Urteil Salomons

Ofenplatte, 49 x 70 cm, Eisenschmitt (?), 1. H. 16. Jh.

 

In der rechten Bildhälfte sitzt König Salomon unter einem Baldachin, in der Linken ein Zepter. Vor dem Thron hält ein Soldat das lebende Kind an einem Bein kopfüber in der Höhe und erhebt das Schwert zum Schlage. Salomon hat die rechte Hand erhoben, um ihm vermutlich Einhalt zu gebieten. denn vor dem Thron fleht die wahre Mutter kniend um das Leben ihres Kindes. Neben ihr liegt das tote Kind auf dem Boden. dessen Mutter steht neben ihr, wartend auf den tödlichen Schwerthieb. Im Hintergrund sieht man neben weiteren Soldaten auch Zuschauer, die das weise Urteil des Königs verfolgen.

Im unteren Bereich sind zwei Portraitmedaillons zu finden, die von einem Putto gehalten werden.

 

 

 

 

 

 

Das ÖlwundeR des Elisäus

Das häufigste Motiv auf Ofenplatten war das Ölwunder des Elisäus. Es gibt unzählige Darstellungen aus allen Hüttenzentren über mehr als 200 Jahre:

Nachdem die Hungersnot auch das Land Sidonia erreicht hat, weist Gott den Elias an, in die Stadt Sarepta zu gehen. Dort soll eine arme Witwe, die einen kranken Sohn hat, ihn versorgen. Er trifft sie vor dem Ort beim Reisigsammeln und überbringt ihr den Auftrag Gottes. Sie sträubt sich, ihn aufzunehmen, da sie nichts mehr vorrätig habe, außer einer Hand voll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Doch er beruhigt sie mit der Verheißung Gottes: "Der Mehltopf wird nicht leer, und das Ölgefäß wird nicht trocken, bis der Tag kommt, da der Herr wieder Regen auf den Ackerboden sendet." Die Verheißung erfüllt sich. Ein weiteres Wunder verrichtet Elias, als der Sohn der Frau stirbt: Elias erbittet von Gott das Leben des Sohnes zurück.

Inv.-Nr. 185   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, 68 x 68 cm, Zinsweiler, dat. 1773

 

Die Bilddarstellung im Hause der Witwe zeigt Elisäus in weitem Gewand. Die Witwe steht mit ihrem kleinen Sohn links im Bild während Helfer Öl aus den nicht versiegenden Krügen umfüllen. In der Schriftkartusche steht geschrieben:

 

DAS ÖHL GAR REICHLICH SICH

VERMEHRT DER SOHN VOM TODT

ZUM LEBEN KEHRT: IM TODT SICH

GOTTES GUT BEWEIST MIT WENIG

BRODT VILL MENSCHEN SPEIST 1. REGUM

 

 

Oben links und rechts der Bögen ist die Platte datiert in das Jahr

 

                                                                                   17                            73

 

Zwischen den Rundbögen ist eine Sonne angebracht, sie ist das Zeichen, die Wappensonne der Hüttenfamilie deDietrich, die das Werk Zinsweiler zwischen 1766 und 1769 erwarb.

 

 

 

 

Inv.-Nr. 186   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, 60 x 61 cm, Neunkirchen, um 1740

 

Eine einfache bäuerliche Darstellung zeigt in naiver Volkskunst die Geschehnisse im Hause der Witwe von Sarepta. Zwischen den Säulenpodesten sind Flechtkörbe gesetzt. Der Text zum Bild heisst:

 

DAS OEL IM GRUG SICH RE

ICHLIG MERT DER SON VOM T

OT ZUM LEBEN FERT WEIL

AM 2 REG AM 4 CA

 

 

Die Ausgestaltung mit Tulpenranken war für einen bestimmten Formenschneider zu Beginn des 18. Jh. im Saarland typisch, weswegen er "Meister des Tulpenornaments" genannt wurde.

 

 

 

 

Inv.-Nr. 187   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, 75 x 68 cm, Lahngebiet (?), 2. H. 17. Jh.

 

Eine sehr schöne Arbeit zeigt das Bildmotiv auf dieser Ofenplatte. Links im Bild Elisäus mit der Witwe, mittig und rechts die fleißigen Helfer beim Befüllen der Krüge aus den nicht versiegenden Gefäßen.

Im Schriftband darunter der selten anzutreffende Spruch:

 

DER SEGEN DES HERRN MACHET REICH

 

In der ovalen Schriftkartusche darunter steht:

 

 

II REGUM IV CAP

                                                                                     GOTT ERNEHRT DIE WITWE

                                                                                       UND VERMEHRT IHR OEL

 

 

 

 

Inv.-Nr. 188   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, 66 x 64 cm, Lahngebiet, dat. 1664

 

Eine etwas ältere Darstellung des Ölwunders als die vorherigen findet sich mit dieser Ofenplatte. Im Schriftfeld unter der Ölvermehrungsszene steht:

 

2 REGUM AM 4 CAPITTEL

 

In der darunter liegenden ovalen Schriftkartusche heisst es:

 

ANNO DOMINI 1664

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 189   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, 67 x 63 cm, Elsaß, dat. 1710

 

Diese Ofenplatte hat  Ähnlichkeit mit der vorherigen Ofenplatte Nr. 188. Sie trägt die gleiche Inschrift im Schriftband:

 

2 REGUM AM 4 CAPITTEL

 

In der darunter liegenden Schriftkartusche steht die Jaheszahl

 

1710

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 484   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, xx x xx cm, Altleiningen, 1. H. 18. Jh.

 

 

EIN WITWE ARM VND SCHLECHT BEHERBERGT

DEN PROPHETEN DERN WEGE GROSSER XXXXXX

DIE GLAEVPIGER TRANGT HAETTEN ELIS.........

DAS OEL     GEPRICHT DIE

 

 

in Bearbeitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 190   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, 66 x 61 cm, Altleiningen, 1. H. 18. Jh.

 

Eine sehr einfache Arbeit zeigt diese Darstellung des Ölwunders. Die räumliche Perspektive ist nicht gelungen, einige Akteure scheinen in der Luft zu schweben bzw. auf den Gefäßen zu laufen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Elias hilft der Witwe von Sarepta

Elias erbittet Gott das Leben des Sohnes zurück .... und der Lebensgeist kehrte in den Knaben zurück, so dass er wieder auflebte.

Inv.-Nr. 191   Elias hilft der Witwe von Sarepta

Ofenplatte, xx x xx cm, Saarland (?), 2. H. 17. Jh.

 

Gussplatten mit dem Thema der Auferweckung des Sohnes der Witwe von Sarepta sind sehr selten.

Anders als auf den weit verbreiteten Ölwunder-Platten ist hier das Obergeschoss des Hauses zu sehen. Hier öffnet der Sohn der Witwe einen Kasten, in dem er "tot" liegt, bis Elias ihn erweckt. Die Witwe steht auf einer in das Obergeschoss führende Wendeltreppe, Elias eilt auf diese Treppe zu. Im rechten Bildbereich ist auch die Vorratsvermehrung zu sehen

 

In der Sockelkartusche wird das Bild erläutert:

 

ELIA KAM GEN ZAR

                                                                                 PATH ZVR WITWE

                                                                                IM B KON 17 CA

 

 

 

 

 

Ahasver (Xerxes) verzeiht ester

Esther lebt mit ihrem Adoptivvater Mardochai, einem Nachkommen König Sauls, in Susa, der Hauptstadt des persischen Königs Xerxes (in der Bibel: Ahasver). Anstelle der wegen Ingehorsams verstoßenen Waschti wird Esther, deren jüdische Herkunft dem König nicht bekannt ist, Königin. Mardochai erfährt von einem Mordanschlag auf den König und läßt ihn durch Esther vortragen und vereiteln. Seitdem steht Mardochai als treuer Retter in den Tagebüchern des Königs. Aus persönlicher Gekränktheit beschließt Haman, der erste Fürst am Hofe, nachdem sich Mardochai nicht ehrerbietig vor ihm verneigt hatte, alle Juden zu vernichten. Esther erfährt wiederum von Mardochai davon und erscheint eigenmächtig und ungerufen - darauf steht die Todesstrafe! - vor dem Antlitz des Königs, ihres Mannes ... Als nun der König die Königin Esther im Hofe stehen sah, erregte sie sein Wohgefallen. Der König streckte das goldene Zepter in seiner Hand ihr entgegen. Esther trat näher heran und berührte die Spitze des Zepters." ... Sie bittet den König und seinen obersten Fürsten Haman zu einem Festmahl und verabschiedet sich danach zu einer Einladung zu einem weiteren Mahl. Haman berichtet davon stolz zu Hause und erbost sich zugleich erneut über den störrischen Mardochai, der ihn nicht grüßen will. Seine Frau und die Berater empfehlen Haman, Mardochai aufzuhängen. Haman läßt sofort einen Galgen errichten. In derselben Nacht ist der König schlaflos und läßt sich zum Zeitvertreib seine Aufzeichnungen kommen. Beim Lesen stößt er auf den Namen Mardochai als desjenigen, der ihn seinerzeit vor dem Mordanschlag bewahrt hat und befiehlt Haman, ein Pferd prunkvoll zu satteln und Mardochai im Triumph durch die Stadt zu führen. Beim anschließenden (zweiten) Festmahl beschuldigt Esther den anwesenden Haman, Mardichai hängen und die Juden ausrotten zu wollen und bittet um Schutz für ihr Volk. Er wird ihr vom König gewährt. Der eigenmächtge Haman, dem die Absichten nachgewiesen werden können, weil er durch Losentscheid schon einen günstigen Tag zur Vernichtung des jüdischen Volkes hatte bestimmen lassen, wird an dem von ihm selbst für Mardochai aufgerichteten Galgen aufgehängt. Mardochai wird in die Ämter Hamans eingesetzt und ermächtigt, Hamans Mordbefehl gegen die Juden durch einen königlichen Schutzbrief für sie zu ersetzen.

Buch Esther

Inv.-Nr. 192  Ahasver (Xerxes)  verzeiht Ester

Ofenplatte, xx x xx cm, Quint, Ende 17. Jh.

 

Die Ofenplatte zeigt Esther mit einer Dienerin vor dem sich huldvoll mit gesenktem Zepter vom Thron erhebenden Xerxes. Neben dem Thorn steht Mardochai, dahinter die Leibwache. Hamam (durch ein Fenster oben links sichtbar) baumelt am Galgen.

Im unteren Bereich erkennt man zwei sich kreuzende Füllhörner, die auf die Hütte in Quint hinweisen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 Diese Darstellung des Sündenfalls geht auf Merian, Matthäus d. Ä. (geb. 1593, gest. 1650) zurück.

 

Kupferstich, 1670, von ) nach Merian. Aus: L’Histoire du Vieux et du Nouveau Testament (..)
Par le Sieur de Royaumont, Nouvelle edition, Paris (Jean Villette) 1723, S. 299.
Berlin, Sammlung Archiv für Kunst und Geschichte.

https://www.akg-images.com/archive/Punition-d%E2%80%99Aman-2UMDHUQV9WCF.html

 

 

 

 

Inv.-Nr. 193  Ahasver (Xerxes)  verzeiht Ester

Ofenplatte, 51 x 67 cm, Saarland (?), 1.H. 18. Jh.

 

Hier sind lediglich Xerxes, Esther, eine Dienerin und der finstere Haman zu sehen, der Galgen nicht. Die beigefügte Bibelstelle

 

ESTHER 7

 

fasst die Huld des Königs zusammen: Das Erscheinen Esthers vor seinem Thron ist im 5. Kapitel, die (entscheidende) Gewährung der Freiheit für das jüdische Volk (sowie die Verurteilung Hamans) ist im 7. Kapitel beschrieben.

 

 

 

 

 

 

 

 

susanna im bade

Susanne, die schöne gottesfürchtige Frau Joakims, des angesehenen Juden in Baylom, erweckt die Begierde zweier zu Richtern bestellter Stadtältester, die sich regelmäßig zu Aussprachen in Joakims Haus treffen. Beide belauern ständig die schöne Susanna ind em ind er Nähe ihres Hauses gelegenen Gartens. Als Susanna eines Tages ihre beiden Dienerinnen nach Öl und Salbe schickt und hinter verschlossenem Gartentor ein Bad nimmt, versuchen die beiden vorher eingeschlichenen Alten die badende Frau zu verführen. Susanna ruft um Hilfe. Darauf fliehen die beiden Alten. Tags drauf beschuldigen sie Susanna des beobachteten Ehebruchs mit einem jungen Mann.Das zeugnis der beiden alten Richter wiegt mehr als die Aussage der der Frau. Susanna wird ohne weiteres Verfahren zum Tod durch Steinigung verurteilt. Als sie zur Hinrichtung geführt wird, greift der "von Gottes Geist erweckte" junge Daniel ein. Er beschuldigt die beiden Alten des falschen Zeugnisses. Vor dem zusammengerufenen Gericht überführt er sie in getrennten Verhören widersprüchlicher Aussagen. Nun werden die beiden Alten "nach dem Gesetz des Moses" (falsche Zeugen verfallen der dem Angeschuldigten zugedachten Strafe) selbst gesteinigt.

Daniel 13

Inv.-Nr. 370   Susanna und die beiden Alten

Kaminplatte, 107 x 102 cm, Wallonie, dat. 1594

 

Die Szene auf dieser Kaminplatte zeigt die beiden alten Richter in langen Gewändern, wie sie nach der badenden bis auf ein Tuch über dem Schoß unbekleideten Susanna greifen, die erschrocken die Arme vor der Brust verschränkt.

 

Der ungewöhnliche Giebelaufsatz zeigt mittig ein Portrait und die Jahreszahl

 

1594

 

auf.

 

 

 

 

 

 

 

Bildarchiv, datiert 1574

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