Altes Testament

Erschaffung der Eva

Die Erschaffung Evas wird in der Bibel (Genesis 2) beschrieben: Nachdem Gott Adam aus Erde erschaffen hatte und erkannte, dass es nicht gut war, dass der Mensch allein sei, versetzte er Adam in einen tiefen Schlaf und formte aus einer seiner Rippen Eva als seine ebenbürtige Gefährtin. Adam erkannte sie als Teil von sich ("Bein von meinem Bein, Fleisch von meinem Fleische").

 

Die Bilder zur Bibel auf denin der Eifel aufgefundenen und verwendeten Ofen- und Kaminplatten beginnen mit der Erschaffung Evas aus einer Rippe des friedlich unter Tieren im Garten Eden schlafenden Adam. Die ältesten angetroffenen Darstellungen mit der Erschaffung des Menschen sind oberhessischer oder waldeckischer/ sauerländischer Herkunft und nach Bildmodeln von Philipp Soldan sowie Heinrich Bunsen, Conrad Luckein oder Jost Schilling gegossen, die die ersten Vorlagen Soldans geringfügig anders gestaltet haben.
Bis auf Ausnahmen sind nur große querformatige Ofenplatten bekannt, die neben der in einen Medaillonrahmen gefaßten Darstellung der Erschaffung ein ebenso großes Rundbild mit der Geburt Christi aufweisen. Dabei ist das Model mit der Erschaffungsszene meist links, gelegentlich aber auch rechts neben die Geburtsszene gesetzt. Auf einigen Platten sind (wegen kleineren Formats des Ofens?) die Modeln der Rundbilder so nahe aneinander gerückt, daß sich die Kreise fast schneiden.
Der verbindende Gedanke dieser beiden Bildnisse in den großen perlschnurgerahmten Medaillons ist: Wie die aus Adam „geborene“ Eva die Sünde in die Welt brachte, so hat Maria den Erlöser von dieser Schuld auf die Welt gebracht. Damit gehört auch dieses Doppelbild zu den Konkordanzthemen zwischen Altem und Neuem Testament.
Charakteristisch für alle Darstellungen sind in den Zwickeln der unten mit einer Inschriftenleiste abgesetzten Bildfelder Darstellungen der vier Winde um das Rundbild der „Erschaffung“ sowie der vier Evangelisten um das Rundbild mit der Geburtsszene. Zusätzlich stehen über dem Erschaffungsbild noch Sonne und Mond — auf dem Model von Luckein von 1565 die Sonne links, der (Halb-)Mond rechts. Auf den (früheren) Fassungen nach Soldan und Bunsen finden wir den Mond links und die Sonne rechts.

 

Inv.-Nr. 706   Erschaffung Evas/Christi Geburt

Ofenplatte, 100 x55 cm, Oberhessen, um 1550

 

Nach einem Model von Lukkeln, wird in der Erschaffungsszene gezeigt, wie Gott Eva aus der Seite des Adam zieht, darunter liest sich:


GOT SCHAFFET DEN MENSCHEN MOSE I BVCH

 

Unter dem Verkündigungsbild rechts steht:


SANTVS LVCAS SANTVS MATAEVS

 

 

Inv.-Nr. 707   Christi Geburt/ERschaffung Evas

Ofenplatte, 85 x70 cm, Oberhessen, um 1550

 

Die Modelle sind hier vertauscht, links Christi Geburt, rechts die Erschaffung Evas

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Adam und Eva

Der "Sündenfall" ist auf Kamin- und Ofenplatten über fast drei Jahrhunderte eines der am verbreitesten biblischen Motive. Adam und Eva sind stets als Einzelfiguren seitlich vom Baum der Erkenntnis gruppiert, um dessen Stamm sich eine Schlange windet, die Sinnbild der Verführung, des Bösen, des Teufels ist und Eva "betört": Sie reicht Adam die auf Einflüsterung des Teufels vom Baum gebotswidrig gepflückte "Frucht". Als Folge der Rebellion beschreibt die Bibel, dass Adam und Eva ihre Nacktheit erkennen, woraufhin sie sich Kleidung aus Feigenblättern anfertigen. Vor Gott versuchen sie sich zu verstecken. Zum ersten Mal ist etwas im Paradies vorhanden, was vorher nicht bekannt war: die Verletzung des Schamgefühls. Gott stellt sie zur Rede, woraufhin Adam die Schuld Eva zuschreibt und Eva der Schlange. Beide werden aus dem Garten Eden vertrieben. Eva muss fortan Kinder unter Schmerzen gebären, Adam wird der harte und mühselige Ackerbau auferlegt.

 

 

Inv.-Nr. 143   Adam und Eva

Kaminplatte, 75 x 64 cm, Barrois, 16. Jh.

 

Die biblische Szene ist naiv dargestellt. Adam und Eva stehen unter dem apfeltragenden Baum der Erkenntnis, Eva hält in ihrer Rechten einen Apfel. Um den Baum windet sich die eherne Schlange, die in ihrer Darstellung mit Flügeln eher an einen Drachen erinnert und sich drohend in Richtung Eva wendet. Adam und Eva bedecken ihren Schambereich, als Symbol dafür, dass der Sündenfall bereits vollzogen ist. Links und rechts am Fuße des Baumes liegen zwei Fabelwesen, mit Löwenmähne, die linke gehörnt.

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 16  Adam und Eva/Wappen Claude de Valhey

Kaminplatte, 101 x 84 cm, Barrois,  ab 1572

 

 

 

Diese Kaminplatte besitzt die gleiche Modellgrundlage wie die vorherige Gussplatte, enthält ergänzend noch Wappenembleme.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 508  Adam und Eva

Kaminplatte, 87 x 92 cm, Lothringen (wohl pays haut),  dat. 1538

 

PARADISI PORTA P (ER) X / EVAM CVNCTIS CLAVSA X / EST ET PER MARIAM (APERTA)

 

Die Tür zum Paradies ist durch Eva den Nachkommen verschlossen (durch die Erbsünde) und wird durch Maria wieder geöffnet

 

 

 

 

 

 

 

ehemals Sammlung Altwies, Remich

 

 

 

Inv.-Nr. 509  Adam und Eva

Kaminplatte, 87 x 92 cm, Lothringen (wohl pays haut),  dat. 1538

 

PARADISI PORTA P (ER) X / EVAM CVNCTIS CLAVSA X / EST ET PER MARIAM (APERTA)

 

Die Tür zum Paradies ist durch Eva den Nachkommen verschlossen (durch die Erbsünde) und wird durch Maria wieder geöffnet

 

 

  Fundort in situ Province de Luxembourg

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 144   Adam und Eva

Kaminplatte. 77 x 77 cm, Ardennen, 16. Jh

 

Eine weitere frühe Kaminplatte mit der Darstellung von Adam und Eva im Renaissance-Stil in für das 16. Jh. typischer sechseckiger Fom zeigt imovalen Rahmen Adam rechts vom Baum der Erkenntnis sitzend auf einem Stein, während er von Eva links vom Baum den verbotenen Apfel aus deren linker Hand empfängt. Die sich um den Baum windende Schlange wendet sich der Übergabe zu. Evas Rechte weist mit ausgestrecktem Zeigefinger gen Himmel.

 

vermutlich Hütte Nordlothringen

   

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 740  Adam und Eva

Kaminplatte, 60 x 60 cm, Lothringen (pays haut),  1. H. 17. Jh.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 541  Adam und Eva

Kaminplatte, 60 x 60 cm, Lothringen (pays haut),  1. H. 17. Jh.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

Inv.-Nr. 680 Adam und Eva

Kaminplatte, 60 x 60 cm, Lothringen (pays haut),  1. H. 17. Jh.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ehemals Privatsammlung Dr. Senger, Frankfurt

 

 

 

 

Inv.-Nr. 580  Adam und Eva

Ofenplatte, 90 x 35 cm, Ardennen,  Mitte 16. Jh.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 577  Adam und Eva

Ofenplatte, 90 x 35 cm, Wallonie,  datiert 1568

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 688 Adam und Eva

Ofenplatte, 70 x 45 cm, Ardennen,  2. H. 16. Jh.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ehemals Privatsammlung Dr. Senger, Frankfurt 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 595 Adam und Eva

Ofenplatte, 70 x 45 cm, Wallonie,  2. H. 16. Jh.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 481   Adam und Eva

Ofenplatte, xx x xx cm, Südpfalz (Altleiningen (?)), 1. H. 18. Jh.

 

In dieser Szene stehen Adam rechts und Eva links vom Baum der Erkenntnis, um dessen Stamme sich die Schlange windet und in dessen Krone zahlreiche Äpfel hängen. Eine Vielzahl von Tieren füllen den Garten, sogar ein Einhorn tritt vonrechts in die biblische Szene.

 

Die unten liegende Schriftkartusche ist leer geblieben.

 

Die Gestaltung der Platte hat sehr große Ähnlichkeit mit Ofenplatten aus der Produktion der Hütte in Altleiningen.

Auffallend ist die große Breite der Mauerleiste und die drei darauf befindlichen Stempel in Form einer aufrecht stehenden Lilienblüte.

 

Inv.-Nr. 594   Adam und Eva

Ofenplatte, xx x xx cm, Südpfalz (Altleiningen (?)), 1. H. 18. Jh.

 

 

 Dublette der vorherigen Platte

 

 

 

 

  

 

 

 

 

Inv.-Nr. 145   Adam und Eva

Ofenplatte, 49 x 56 cm, Geislautern, 1. H. 18. Jh.

 

Auf dieser Ofenstirnplatte steht Adam rechts vom Baum der Erkenntnis und wendet dem Betrachter den Rücken zu, während die sich um den Baum windende Schlange sich Adam zuwendet. Eva steht links vom Baum und hält sich einen Zweig vor den Schambereich, beide Verhaltensweisen sind ein Zeichen dafür, dass der "Sündenfall" bereits vollzogen ist, das Schamgefühl entwickelt und auch die verbotswidrig gepflückte Frucht ist nicht mehr zu sehen.

In der unteren Schriftkartusche ist die erzeugende Hütte zu lesen

 

GEISLAUTERN

 

 

  

Inv.-Nr. 773   Adam und Eva

Ofenplatte, 49 x 56 cm, Geislautern, 1. H. 18. Jh.

 

linke Seitenplatte, Dublette der vorherigen Platte

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

Inv.-Nr. 146   Adam und Eva

Ofenplatte, 46 x 55 cm, Fischbach, dat. 1736

 

Auf dieser Ofenplatte steht Adam steht rechts vom Baum der Erkenntnis und wendet sich dem Betrachter zu. Eva steht links vom Baum und hält in ihrer Linken den verbotenen Apfel. Dieses Motiv stellt die Szene unmittelbar vor dem "Sündenfall"  dar, beide sind vollständig nackt.

In der unteren Schriftkartusche ist die erzeugende Hütte mit Datierung zu lesen

 

FISCHBACH

                                                                 1736

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 147   Adam und Eva

Ofenplatte, 48 x 57 cm, Fischbach, dat. 1736

 

 

Diese Ofenplatte ist eine Dublette der vorherigen Gussplatte.

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 148   Adam und Eva

Ofenplatte, 48 x 58 cm, Fischbach, dat. 1736

 

 

Diese Ofenplatte ist eine Dublette der vorherigen Gussplatte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 149   Adam und Eva

Ofenplatte,  47 x 63 cm, Quint, ab 1683

 

 

Anders als in den vorherigen Darstellungen der beiden saarländischen Adam und Eva Darstellungen zeigt sich diejenige aus der Produktion der Hütte in Quint. Adam und Eva stehen nicht mehr voller Spannung seitlich des Baumes, sondern sie stehen sich geradezu gelockert gegenüber, beide - mit verschränkten Beinen - an einem Baum gelehnt. Adam führt gerade den Apfel zum Mund und Eva weist auf die in einem Baum hinter ihr kriechenden Schlange. In der unteren Schriftkartusche steht der Name der erzeugenden Hütte

 

qVINTE

 

 Diese Darstellung des Sündenfalls geht auf einen Kupferstich von Marcantonio Raimondi zurück.

Marcantonio Raimondi, italiensicher Kupferstecher, geboren um 1480 in Bologna, dort gestorben um 1530. Er bildete seinen graphischen Stil an dem Werk Albrecht Dürers aus und verarbeitete dessen Ideen in der italienischen Kunst. Zahlreiche Arbeiten Dürers wurden von ihm kopiert. Von 1510-1527 war er in Rom tätig, wo er die Bekanntschaft von Raphael machte. Er arbeitete nach dessen Zeichnungen, woraus auch der Kuperstich Adam und Eva resultierte. Nach Raphaels Tod (1520) verlor er seinen künstlerischen Halt.

Adam und Eva flankiert von zwei Bäumen, im Hintergrund eine Stadt Marcantonio, Kupferstich nach Marcantonio Raimondi (geb. um 1480–gest. vor 1534), nach Vorlage von Raphael (gest. 1520) Bologna

ca. 1512–14

https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/ 

 

 

Inv.-Nr. 150   Adam und Eva

Ofenplatte, 36 x 60 cm, Quint, ab 1683

 

 

 

Ofenplatte auf Basis des gleichen Bildmodels wie die Ofenplatte Inv.-Nr. 149, allerdings als Stirnplatte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

Inv.-Nr. 151   Adam und Eva

Ofenplatte,  54 x 71 cm, Eisenschmitt/Weilerbach (?), ab 1683

 

Diese Ofenplatte hat das gleiche Bildmodel zur Vorlage wie die vorangegangenen mit Quint signierten Ofenplatten mit der Darstellung von Adam und Eva. Bei dieser Platte fehlt allerdings der Hüttennamen in der unteren Schriftkartusche.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 153   Adam und Eva

Ofenplatte, 35 x 60 cm, Eisenschmitt/Weilerbach (?), ab 1683

 

Die Ofenplatte besitzt die gleiche Modelvorlage wie die Ofenplatte Nr. 151. In der unteren Schriftkartusche befindet sich eine Modelstempel, welches einen Kopf zeigt mit darüber liegendem Helm. offensichtlich ein Hinweis auf den Besteller der Platte.

 

Eine Seitenplatte befindet sich in der Sammlung Roscheider Hof in Konz

 

 

 

 

  

 

 

 

Inv.-Nr. 152   Adam und Eva

Ofenplatte, 46 x 58 cm, Südeifel/Hunsrück (?), um 1700

 

Diese Ofenplatte zeigt Adam und Eva ähnlich gestaltet wie die Variante aus der Hütte Quint. Es wurrde offensichtich die gleiche Bildvorlage benutzt. Auch hier stehen Adam und Eva nicht mehr voller Spannung seitlich des Baumes, sondern sie stehen sich geradezu gelockert gegenüber, beide - mit verschränkten Beinen - an einem Baum gelehnt. Die unten liegende Schriftkartusche ist leer. Auffällig ist die Ornamentik auf dem Mauerrand.

Die Herkunft ist nicht ganz klar. Die Platte könnte ein Produkt einer Hütte im Hunsrück oder der Südeifel sein. 

 

  

 

 

Inv.-Nr. 442   Adam und Eva

Ofenplatte, 49 x 67 cm, Südeifel, 2. H. 16. Jh.

 

Das Bild dieser Ofenplatte ist zweigeteilt. Im oberen Bildbereich stehen Adam und Eva links und rechts von einem an eine Balustersäule erinnernden (Baum-)Stamm, der als Mittelachse der Szene dient. Eva reicht Adam den Apfel. Oben auf der Säule sitzt der gehörnte Teufel, der in seiner ausgebreiteten Linken und Rechten jeweils einen kastenförmigen Gegenstand hält. Rechts und links davon Ast- und Laubwerk.

Im unteren Bildbereich ist im kreisförmigen Medaillon ein Portrait abgebildet, welches von aufrechtstehenden drachenähnlichen Geschöpfen flankiert wird.

 

 

 

 siehe Driesch

 

 

 

Vertreibung aus dem Paradies

Die Folge des Sündenfalls war die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies. Eine häufig anzutreffende bildliche Gestaltung zeigt den "Engel mit dem Flammenschwert", der die Sünder Adam und Eva aus dem Paradies jagt.

 

 

Inv.-Nr. 154   Vertreibung aus dem Paradies

Ofenplatte, 35 x 56, Saarland, dat. 1736

 

Im Mittelpunkt der Szene steht der Vertreibungsengel, in der Rechten ein Flammenschwert. Adam, hier im Fellrock, läuft links aus dem Bild; Eva ist nicht mehr zu sehen. Der Engel, mit Flügeln, holt hinter dem Fliehenden zum schwungvollen Streich mit seinem gezackten Flammschwert aus. In der rechten oberen Ecke erkennt man Sonnnstrahlen, ein Symbol für die Allgegenwart Gottes. Die Platte trägt im Sockel die Bezeichnung:

 

SAARBRUCK

1 7 3 6

 

  

 Modell lbefindet sich im Saarlandmuseum

 

 

Inv.-Nr. 155   Vertreibung aus dem Paradies

Ofenplatte, 35 x 56, Saarland, dat. 1736

 

 

 

Bei dieser Ofenplatte handelt es sich um eine Dublette der vorherigen Ofenplatte Inv.-Nr. 154

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 572   Vertreibung aus dem Paradies

Ofenplatte, 35 x 56, Saarland, dat. 1736

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 Inv.-Nr. 156   Vertreibung aus dem Paradies

Ofenplatte, 35 x 59 cm, Saarland, dat. 173_

 

Eine interessante Variante der vorherigen Gussplatten zeigt diese Ofenplatte, offensichtlich ebenfalls aus der Produktion einer nassauischen Hütte. Sie ist den Vorherigen Ofenplatten 154/155 sehr ähnlich. Auffälligster Unterschied ist die Ausrichtung der Beine des Engels. Während das Beinpaar beim vorherigen Bildmotiv nach links ausgerichtet ist, sind sie bei dieser Variante nach rechts ausgrichtet.

Die Platte trägt im Sockel ebenfalls die Bezeichnung

 

SAARBRUCK

 

Bei der Datierung im Model ist die letzte Ziffer freigehalten:

 

                                                      1 7 3 _

 

 

Inv.-Nr. 716   Vertreibung aus dem Paradies

Ofenplatte, 35 x 59 cm, Saarland, dat. 173_

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 157   Vertreibung aus dem Paradies

Ofenplatte, 35 x 35 cm, Saarland, 1, H. d. 18. Jh.

 

 

 

Bei dieser Gussplatte handelt es sich um eine Dublette der vorherigen Platte Inv.-Nr. 156, allerdings fehlt hier der untere Kartuschenbereich. 

 

 

 

 

 

Kain und Abel

Inv.-Nr. 653   Kain erschlägt Abel

Kaminplatte, 90 x 81 cm, Ardennen, datiert 1573

 

Der Brudermord: Kain schlägt mit einer Keule auf den am Boden liegenden Abel ein.

Kain und Abel sind die Söhne Adams und Evas aus dem Buch Genesis der Bibel, die die Geschichte des ersten Brudermordes erzählen: Kain, der Ackerbauer, erschlägt seinen Bruder Abel, den Hirten, aus Eifersucht, weil Gott Abels Opfer annimmt, aber Kains nicht, was zur ersten Vertreibung und dem ersten Tod auf Erden führt, wobei Kain ein Schutzzeichen Gottes erhält. Die Geschichte ist ein Ur-Mythos über Neid, Schuld, Gottes unergründliche Wahl und die menschliche Natur.

Rechts neben der Keule ist die Gussplatte im Sandbett signiert worden mit den Buchstaben  N  I  (siehe Susanna Nr. 370)

Keine Dublette bekannt.

 

 

Turmbau zu Babel

Der Turmbau zu Babel biblische Erzählung (Genesis 11,1-9) über die Menschheit, die versucht, einen Turm zu bauen, der bis in den Himmel reicht, um sich einen Namen zu machen und nicht zerstreut zu werden. Gott verhindert dieses hochmütige Vorhaben durch die Verwirrung ihrer Sprache, woraufhin die Menschen aufhören zu bauen und sich über die Erde verteilen.

 

Inv.-Nr. 507   Turmbau zu Babel

Kaminplatte, 60 x 60 cm, Lothringen, 16./17.Jh.

 

Im Zentrum des Bildes der Turm zu Babel, bewacht von einem links daneben stehenden überdimensionierten Pikinier mit Lanze und Säbel und Federbuschmütze. Im Hintergrund erkennt man die Personen die Baumaterial anliefern und dieses über eine Leiter auf die Turmspitze bringen, oben erkennt man eine Hebevorrichtung und eine Kanone. Im Hintergrund hat der Formenschneider Palmen und einen Kaktus angeordnet

 

Die Bibel erzählt: Alle Menschen hatten die gleiche Sprache und gebrauchten die gleichen Worte. Als sie von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Land Schinar und siedelten sich dort an. Sie sagten zueinander: Auf, formen wir Lehmziegel und brennen wir sie zu Backsteinen. So dienten ihnen gebrannte Ziegel als Steine und Erdpech als Mörtel. Dann sagten sie: Auf, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm mit einer Spitze bis zum Himmel und machen wir uns damit einen Namen, dann werden wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen....

 

Einzige bekannte Darstellung der Thematik auf einer Gussplatte

 

ehemals Privatsammlung Werner Dahlmanns, Geilenkirchen

 

 

Loth und seine Töchter

Das Gottesgericht über Sodom und Gomorra und Loths zur Salzsäule erstarrtes Weib sind bis heute bekanntes Erzählgut aus der Bibel. Mit der Darstellung dieser Szene auf den Bibelöfen sollten die Menschen daran erinnert werden, dass sündiges Tun Gottes Strafe nach sich ziehen wird.

Und die Männer sprachen zu Lot: Hast du noch irgend hier einen Eidam und Söhne und Töchter, und wer dir angehört in der Stadt, den führe aus dieser Stätte. Denn wir werden diese Stätte verderben, darum daß ihr Geschrei groß ist vor dem HERRN; der hat uns gesandt, sie zu verderben. Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Eidamen, die seine Töchter nehmen sollten: Macht euch auf und geht aus diesem Ort; denn der HERR wird diese Stadt verderben. Aber es war ihnen lächerlich.
Da nun die Morgenröte aufging, hießen die Engel den Lot eilen und sprachen: Mache dich auf, nimm dein Weib und deine zwei Töchter, die vorhanden sind, daß du nicht auch umkommst in der Missetat dieser Stadt. Da er aber verzog, ergriffen die Männer ihn und sein Weib und seine zwei Töchter bei der Hand, darum daß der HERR ihn verschonte, und führten ihn hinaus und ließen ihn draußen vor der Stadt.
 Und als sie ihn hatten hinausgebracht, sprach er: Errette dein Seele und sieh nicht hinter dich; auch stehe nicht in dieser ganzen Gegend. Auf den Berg rette dich, daß du nicht umkommst.  Aber Lot sprach zu ihnen: Ach nein, Herr! Siehe, dieweil dein Knecht Gnade gefunden hat vor deinen Augen, so wollest du deine Barmherzigkeit groß machen, die du an mir getan hast, daß du meine Seele am Leben erhieltest. Ich kann mich nicht auf den Berg retten; es möchte mich ein Unfall ankommen, daß ich stürbe. Siehe, da ist eine Stadt nahe, darein ich fliehen kann, und sie ist klein; dahin will ich mich retten (ist sie doch klein), daß meine Seele lebendig bleibe.
Da sprach er zu ihm: Siehe, ich habe auch in diesem Stück dich angesehen, daß ich die Stadt nicht umkehre, von der du geredet hast. Eile und rette dich dahin; denn ich kann nichts tun, bis daß du hineinkommst. Daher ist diese Stadt genannt Zoar. 23 Und die Sonne war aufgegangen auf Erden, da Lot nach Zoar kam.
Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen von Himmel herab auf Sodom und Gomorra und kehrte die Städte um und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande gewachsen war. Und sein Weib sah hinter sich und ward zur Salzsäule

 

Quelle: https://www.bibel-online.net

 

 

Inv.-Nr. 158   Loth und seine Töchter

Ofenplatte, 60 x 78 cm, Quint, ab 1683

 

In dieser Szene steht Loth im Mittelpunkt, wie er - seine Hände machtlos ausbreitend - von zwei Engeln aus dem brennenden Sodom geführt wird. Die beiden Töchter folgen. Eine trägt ein Fluchtbündel auf dem Kopf. In der Schriftkartusche unten steht der Name der erzeugenden Hütte

 

qUINTE

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Darstellung geht auf einen Kupferstich von Virgil Solis, ein deutscher Zeichner und Kupferstecher zurück.

 

Virgil Solis wuchs als Sohn eines zugezogenen Malers in Nürnberg auf. Er heiratete 1539, wurde 1540 Meister und begann in seiner Werkstatt mit zahlreichen Gesellen, darunter bald auch die eigenen Söhne, eine ungewöhnliche Produktivität zu entfalten. Sein Gesamtwerk beziffert sich auf 700 Holzschnitte und 1300 Kupferstiche

 

 

Inv.-Nr. 766   Loth und seine Töchter

Ofenplatte, 60 x 78 cm, Quint, ab 1683

 

 

Dublette der vorherigen Platte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 161   Loth und seine Töchter

Ofenplatte, 67 x 78 cm, Quint, ab 1683

 

 

Dublette der vorherigen Platte, jedoch als linke Ofenseitenplatte

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 159   Loth und seine Töchter

Ofenplatte, xx x xx cm, Eisenschmitt/Weilerbach (?), ab 1683

 

 

Dieser Ofenplatte liegt das gleiche Model zugrund, wie der Ofenplatte Inv.-Nr. 158, allerdings weist die Schriftkartusche keinen erzeugenden Hüttennamen auf.

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

Inv.-Nr. 160   Loth und seine Töchter

Ofenplatte, xx x xx cm, Eisenschmitt (?), ab 1683

 

 

Dieser Ofenseitenplatte basiert auf dem selben Model wie die Ofenstrirnplatte Inv.-Nr. 159

 

 

  

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 521   Loth und seine Töchter und Schutzengel

Kaminplatte, 100 x 90 cm, Eisenschmitt (?), ab 1683

 

 

Kaminplatte aus zwei Ofenplattenmodellen erzeugt: Lot und seine Töchter und Schutzengel

 

Inv.-Nr. 624   Loth und seine Töchter und Schutzengel

Kaminplatte, 100 x 90 cm, Eisenschmitt (?), ab 1683

 

 

Kaminplatte aus zwei Ofenplattenmodellen: Lot und seine Töchter und Schutzengel

 

Opferung Isaaks

Zu einer der beliebtesten Darstellungen des Alten Testamentes auf Kamin- und Ofenplatten gehörte über fast zwei Jahrhunderte das Opfer Abrahams. Dargstellt ist die Schilderung der Bibel, in der Gott das unbedingte Vertrauen in Abraham erneut probt, in dem er den sehnlichst erwarteten und von Gott der alten und unfruchtbar geltenden Sara verheißenen Erben Isaak zu opfern bereit ist. Fast alle Plattenbilder zeigen den gleichen Aufbau: Der Knabe Isaak kniet betend vor dem holzbeschichtetetn Opferaltar, Abraham holt zum Schlag aus und wird von einem aus den Wolken kommenden Engel durch Festhalten des Schwertes an der Ausführung des Schlages gehindert. Statt des eigenen Sohnes sollte Abraham dann einen Wider opfern.

 

...Nimm deinen einzigen Sohn, den Du lieb hast, den Isaak, begib dich in das Land Moria und bringe ihn dort auf einem der Berge, den ich dir noch zeigen werde, zum Brandopfer dar."

 

Inv.-Nr. 673   Opferung Isaaks

Kaminplatte, 95 x 95 cm, Ardennen, 17.Jh

 

Gussplatte aus zwei nebeneinander gesetzten Modellen gefertigt: Links Abraham und Sara, rechts die David opfert Isaak. Inschrift oben links in der Freifäche


VILESCIT SARA IN OCULIS AGAR AD ....
(Sara wird in den Augen von Agar verachtet.) 

Da die kinderlose Erzmutter Sara und der ältere Abraham keine Kinder bekommen konnten, gab Sara ihre ägyptische Magd Hagar Abraham zur Nebenfrau, damit dieser mit Hagar Kinder zeugen konnte. Hagar wurde schwanger und verachtete daraufhin ihre Herrin, was zu Konflikten und Saras Verstoßung Hagars mit ihrem Sohn Ismael in die Wüste führte 

 Siehe Carpentier 1903 Nr. 17, Dublette Guido Hossey, Virton

 

 

 

Inv.-Nr. 162   Opferung Isaaks

Ofenplatte, 39 x 57 cm, Neunkirchen, um 1730

 

Im Mittelpunkt der Opferungsszene steht hier der langbärtige Abraham. Er hält den Kopf des Knaben Isaak, der auf einem Altar kniet, mit der Linken fest. Mit der Rechten holt er zum Schlage mit dem Schwert aus, im rechten oberen Teil des Bildes erkennt man den Engel, der das Schwert im letzten Augenblick mit beiden Händen umfasst und zurückhält.

Links unten im Bild ist der Wider zu erkennen, der schließlich an Stelle des Knaben geopfert wird.  Im Schriftfeld unten steht die Szene beschrieben mit dem Hinweis auf die Bibelstelle (22. Kapitel der Geensis):

 

GOT BEFILT ABRA

   HAM SEINEN SON ISACK

                                                       ZU OP GE AM 22 C

 

Die Ausgestaltung mit Tulpenranken war für einen bestimmten Formenschneider zu Beginn des 18. Jh. im Saarland typisch, weswegen er "Meister des Tulpenornaments" genannt wurde.

 

 

Inv.-Nr. 772   Opferung Isaaks

Ofenplatte, Neunkirchen, 38 x 58 cm, Saarland

 

 

Diese Ofenplatte stellt eine Dublette der Ofenplatte Inv.-Nr. 162 dar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 163   Opferung Isaaks

Ofenplatte, Neunkirchen, 38 x 58 cm, Saarland

 

 

Diese Ofenplatte stellt eine Dublette der Ofenplatte Inv.-Nr. 162 dar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 164   Opferung Isaaks

Ofenplatte, 35 x 56 cm, Neunkirchen, dat. 1733

 

 

 

Diese Ofenplatte ist nach dem gleichen Bildmodel gefertigt wie die Ofenplatten Inv.-Nr. 162/163,  allerdings wurde eine Datierung in das Jahr

 

1733

 

mit abgeformt.

  

  

 

 

 

Inv.-Nr. 165   Opferung Isaaks

Ofenplatte, 39 x 57 cm, Neunkirchen, um 1730

 

Ähnlich gestaltet wie die vorherigen Platten ist diese Ofenplatte aus der Produktion der Hütte in Neunkirchen. Zentral in der Mitte findet sich Abraham mit dem ausholenden Schwert, der Isaak auf einem Altar stehend, am Kopf festhält. Oben aus den Wolken erscheint der Engel, der das Schwert mit seiner rechten an der Ausführung des Schlages hindert. In einer Schriftkartusche am unteren Rand liest sich der Name der erzeugenden Hütte

 

NEV    KIRCH

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 774   Opferung Isaaks

Ofenplatte, 42 x 63 cm, Saarland, dat. 1701

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 635   Opferung Isaaks

Ofenplatte, xx x xx cm, Saarland (?) Neunkirchen (?), dat. 1668

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 607   Opferung Isaaks

Ofenplatte, 45 x 63 cm, Lothringen, um 1600

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 639   Opferung Isaaks

Ofenplatte, 45 x 63 cm, Lothringen, um 1600

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 714   Opferung Isaaks

Kaminplatte, 60 x 65 cm, Lothringen, datiert 1664

 

Diese Kaminplatte zeigt eine lothringische Variante der Darstellung der Opferung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 166   Opferung Isaaks

Kaminplatte, 60 x 65 cm, Lothringen, um 1700

 

Diese Kaminplatte zeigt eine lothringische Variante der Darstellung der Opferung Isaaks. Hier kniet Isaak vor einem Altar, auf dem sich brennende Holzstücke befinden. Der lanbärtige Abraham drückt ihn mit der Linken nach unten und erhebt mit der Rechten das Schwert. Ein aus den Wolken ragender Engel umfasst imSonnstrahl das Schwert mit seiner linken Hand.

 

 

 

 

  

 

 

 

Jacob

 

Jakob (Genesis 28)
Jakob ist nach seinem Großvater Abraham und seinem Vater Isaak der dritte große Patriarch — der Erzväter — des Alten Testaments. Von den Erzählungen der Genesis über Jakob ist der durch List und mit Hilfe der Mutter Rebekka vom erblindeten Vater erschlichene Segen, der dem erstgeborenen Zwillingsbruder Esau zustand (Esau hatte vorher allerdings sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht an Jakob verkauft) nicht auf Gußplatten dargestellt, so volkstümlich die Geschichte auch gewesen sein mag. Auf vielen Platten ist aber im Bild der Fortgang dieser Geschichte Jakobs zu finden:

 

 

Inv.-Nr. 795   Jakob versönt sich mit Esau

Kaminplatte, 66 x 60 cm, südliche Ardennen, Anfang 17./18.Jh.

 

Die Platt ezeiogt die Aussöhnung Jakobs mit Esau ist. Mit fliegenden Gewändern stürzen sich die beiden in die Arme.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Joseph in Ägypten

 

Die Josephsgeschichte, die letzte Erzählung der Genesis ist auf vielen Kamin- und Ofenplatten festgehalten, und zwar in den Szenen: "Joseph wird verkauft" und "Joseph deutet den Traum des Pharao".

 

Pharao sprach zu Joseph: Mir träumte ich stand am Ufer bei dem Wasser und sah aus dem Wasser steigen sieben schöne, fette Kühe; die gingen auf der Weide im Grase. Und nach ihnen sah ich andere sieben, dürre, sehr häßliche und magere Kühe heraussteigen. Ich habe in ganz Ägyptenland nicht so häßliche gesehen. Und die sieben mageren und häßlichen Kühe fraßen auf die sieben ersten, fetten Kühe. Und da sie sie hineingefressen hatten, merkte man's nicht an ihnen, daß sie die gefressen hatten, und waren häßlich gleich wie vorhin. Da wachte ich auf. Und ich sah abermals in einen Traum sieben Ähren auf einem Halm wachsen, voll und dick. Darnach gingen auf sieben dürre Ähren, dünn und versengt. Und die sieben dünnen Ähren verschlangen die sieben dicken Ähren. Und ich habe es den Wahrsagern gesagt; aber die können's mir nicht deuten.
   25 Joseph antwortete Pharao: Beide Träume Pharaos sind einerlei. Gott verkündigt Pharao, was er vorhat. Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre, und die sieben guten Ähren sind auch die sieben Jahre. Es ist einerlei Traum. Die sieben mageren und häßlichen Kühe, die nach jenen aufgestiegen sind, das sind sieben Jahre; und die sieben mageren und versengten Ähren sind sieben Jahre teure Zeit. Das ist nun, wie ich gesagt habe zu Pharao, daß Gott Pharao zeigt, was er vorhat. Siehe, sieben reiche Jahre werden kommen in ganz Ägyptenland. Und nach denselben werden sieben Jahre teure Zeit kommen, daß man vergessen wird aller solcher Fülle in Ägyptenland; und die teure Zeit wird das Land verzehren, daß man nichts wissen wird von der Fülle im Lande vor der teuren Zeit, die hernach kommt; denn sie wird sehr schwer sein. Daß aber dem Pharao zum andernmal geträumt hat, bedeutet, daß solches Gott gewiß und eilend tun wird.
Nun sehe Pharao nach einem verständigen und weisen Mann, den er über Ägyptenland setze, und schaffe, daß er Amtleute verordne im Lande und nehme den Fünften in Ägyptenland in den sieben reichen Jahren und sammle alle Speise der guten Jahre, die kommen werden, daß sie Getreide aufschütten in Pharaos Kornhäuser zum Vorrat in den Städten und es verwahren, auf daß man Speise verordnet finde dem Lande in den sieben teuren Jahren, die über Ägyptenland kommen werden, daß nicht das Land vor Hunger verderbe.

 

Quelle:

https://www.bibel-online.net

 

 

Inv.-Nr. 388   Josef deutet den Traum des Pharao

Ofenplatte, 60 x 61 cm, Zinsweiler, dat. 1803

 

Die Traumdeutung ist auf mehreren elsässischen Ofenplatten dargestellt. Vor dem Thron des Pharao steht Joseph und deutet gestenreich den Traum des Pharao. 3 Hofbeamte verfolgen die Traumdeutung im Palast. In der Bildkartusche heißt es:

 

LIBER GENESIS

CAPVT XLI

(Buch Genesis, Kapitel 41)

 

 

 

Die Schreibweise CAPVT für Kapitel wird auf vielen Gussplatten elsässischer Herkunft vorallem aus der Hütte Zinsweiler verwendet, bis in das 19. Jh. hinein. Zwischen den Arkaden findet sich das Jahr der Herstellung

 

1803

 

Diese Darstellung des Sündenfalls geht auf Merian, Matthäus d. Ä. (geb. 1593, gest. 1650) zurück.

 

nach: Merian, Matthäus d. Ä.; 1593–1650.

Kupferstich, 1670, von Pierre Mariette (1634–1716) nach Merian. Aus: L’Histoire du Vieux et du Nouveau Testament (..)
Par le Sieur de Royaumont, Nouvelle edition, Paris (Jean Villette) 1723, S. 63.
Berlin, Sammlung Archiv für Kunst und Geschichte.
  

 

 

 

Inv.-Nr. 713   Josef deutet den Traum des Pharao

Ofenplatte, 60 x 61 cm, Zinsweiler,  2.H.18. Jh.

 

Frühere Variante detr vorherigen Ofenplatte.

 

LIBER GENESIS

CAPVT XLI

(Buch Genesis, Kapitel 41)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 518   Josef deutet den Traum des Pharao

Ofenplatte, 60 x 61 cm, Mutterhausen, dat. 1778

 

 MODERNHAUSEN 1778

 

IOSEPH ERKLART DEN TRAUM

GENIS. XL.I.

 

 

  

 

 

 

 

Durchzug durch das Rote Meer

 

„Die Kinder Israels schritten inmitten des Meeres auf trockenem Boden hindurch, während ihnen das Wasser eine Mauer zu ihrer Rechten und ihrer Linken bildete“ (Exodus 14)... Als die Ägypter nachsetzen, läßt Moses mit Gottes Hilfe das Meer zurückfluten: Die Wasser fluteten zurück und bedeckten die Streitwagen samt den Mannschaften der gesamten Heeresmacht des Pharao, die hinter ihnen ins Meer gezogen waren. Kein einziger von ihnen blieb mehr übrig . . .

 

Inv.-Nr. 727   Durchzug durch das Rote Meer

Ofenplatte, 78 x 72 cm, Elsass ?, Anf. 17. Jh.

 

Ofenplatten mit diesem Bild (nach einem Holzschnitt von Sebald Beham aus dem Jahre 1533) sind sehr selten: Hinter den durch das Meer entkommenden Israeliten unter Anführung von Moses (mit erhobenem Stab) steht eine Wolke; sie trennt die Flüchtigen von den Streitwagen des Pharao, die in den zurückkehrenden Fluten versinken. In der Textkartusche darunter steht:

Israeli kompt drucken durhs

meehr pharonn ersäufft mitt

seinem heeher 

 

 

Die eherne Schlange

Die eherne Schlange (4 Moses 21 = Numeri 21)
Die Israeliten sind weitergezogen, um das gelobte Land Kanaan zu erobern und haben bereits die ersten Siege über die Kanaaniter zu verzeichnen. Dabei geraten einige von ihnen in Gefangenschaft, und sogleich gibt es wieder Beschwerden bei Moses, daß er sie aus dem reichen Ägypten wegführte und hier in der Wüste hungern und dürsten und zugrunde gehen lasse . . .
Da sandte der Herr unter das Volk giftbrennende Schlangen. Sie bissen das Volk, und viele aus Israel starben. Man erkennt nun, daß man gesündigt hat und bittet Moses, beim Herrn Fürbitte einzulegen und die Schlangen zu vertreiben .. . Gott gab Moses den Rat: „Fertige Dir eine Schlange und befestige sie an einer Stange. Jeder, der gebissen ist, soll dann zu ihr aufblicken, und er wird am Leben bleiben“ . . . Moses verfertigte also eine eherne Schlange und hängte sie an eine Stange . . . Und wirklich, wenn eine Schlange jemanden hiß, und er blickte zur ehernen Schlange auf, blieb er am Leben . . .

 

Inv.-Nr. 662   Die eherne Schlange

Ofenplatte, 52 x 72 cm, Südeifel (Eisenschmitt), um 1570

 

Auf vielen Platten ist die eherne Schlange als Sinnbild der Erlösung zusammen mit dem Kreuzestod Christi und der Opferung Isaaks dargestellt. Die Bilder des Alten Testaments gelten hier als Vorbilder und Ankündigungen des Messias, des Erlösers.
Eines der eindrucksvollsten Bilder zu diesem Thema finden wir auf großen Ofenplatten aus Eisenschmitt: Moses (mit Hörnern auf der Stirn) zeigt auf seine erzene Schlange, die er auf einem T-Kreuz erhöht hat. Während einige seiner Schützlinge am Boden liegend mit lebenden Schlangen ringen, schauen andere geheilt oder Erlösung suchend zur Schlange empor. Seit 1549 sind datierte Güsse dieses Bildmodels nachweisbar, die auch in anderen Rahmen zu finden sind.

 

gleiches Modfell siehe Driesch Nr. 551

 

 

 

Samson

 

Nach der Bibel ist Samson oder Simson von Gott auserwählt, Israel von den Philistern zu befreien, deren Gewalt das Volk Gottes vierzig Jahre ausgesetzt war. Die hervorstechendsten Taten Samsons fanden sich in Bildern auf Kamin- und Ofenplatten wieder. Oft zeigen die Gussplatten auch mehrere Szenen aus dem Leben Samsons.

 

 

Inv.-Nr. 729   Samsons Taten

Kaminplatte, 101 x 94 cm, Odenwald (Gammelsbach ?), datiert 1580

 

Bildszenen mit den Taten des Samson:

Das Stempelmodel mit Samson und Delila ist im unteren rechten Viertel des Hauptbildes eingeblendet. Im Sockel stehen drei Szenen nebeneinander — die Blendung Samsons (links), der ohnmächtig gegen seine Gefängnismauern anrennende Samson (Mitte) und die Zerstörung des Philistertempels durch Samson, dem Gott zum letzten Male seine überirdische Stärke gegeben hat. Die beiden Schriftleisten unter dem Hauptbild sowie unter dem Sockelfries sind nur schwer zu entziffern:

 

 


SAMSON WUERGET DEN LOEVEN UND DIE PHILISTEREN

und darunter 
SAMSON FASSET DIE BVRG . . .

 

 

Inv.-Nr. 655   Samson erwürgt den Löwen 

Ofenplatte,  45 x 70 cm, Südeifel (?), Ende 17. Jh.

 

Häufig im Rheinland gefunden: Samson reißt einem gewaltigen Löwen das Maul auf und tötet ihn. In der Titelkartusche steht die lateinische Bezeichnung des Bibeltextes:


IVDIC - AM XIIII
(Buch der Richter im 14. Kapitel)

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 722   Samsons erschlägt die Philister

Ofenplatte, 35 x 70 cm, , Hessen(?), datiert 1650

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 169   Samsons Taten

Ofenplatte, 61 x 67 cm, , Saarland (?), 2. H. 17. Jh.

 

Mittig erschlägt Simson mit einem Eselskinnbacken "1000 Philister".  Simson erscheint  groß und übermächtig, wie er - von Gott beauftragt - Israel von den Philistern befreit. In der Linken hält er einen Eselskinnbacken, die erschlagenen Philister liegen auf dem Boden, deren Waffen weit verstreut.

 

Oben rechts erkennt man Simson, wie er aus der "Ruferquelle" trinkt - das Wasser sprudelt aus einem Eselsbacken.

 

Unten links erkennt man einen der 300 Schakale mit brennendem Schwanz, die Simson in die Getreidefelder scheucht.

 

Unten rechts ist der Verrat der Delila (Haare scherend) gezeigt. In der Textkartusche unten steht geschrieben:

 

WUNDER WERCK

SAMBSON 

 

 

 

Inv.-Nr. 652   Samson erwürgt den Löwen und erschlägt die Philister

Kaminplatte,  cm, , Ardennen, 1. H. 16. Jh

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 691   Samson erwürgt den Löwen und erschlägt die Philisterons Taten

Kaminplatte,  cm, , Ardennen, datiert 1545

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. Z111  Samson erwürgt den Löwen und erschlägt die Philister

Kaminplatte,  cm, , Ardennen, 1.H.16.Jh.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 654   Samson erwürgt den Löwen und erschlägt die Philister

Kaminplatte,  cm, , Ardennen, 1.H.16.Jh.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 717   Delila verrät Samson

Ofenplatte, 63 x 62 cm, , wohl Pfalz, um 1600

 

Samson und Delilah, Samson verliert durch seine Geliebte Delilahs Verrat seine Kraft, weil sie ihm die Haare abschneidet, was zu seiner Gefangennahme führt

 

Im Rundbild:

Delila, ein Schermesser in der Rechten, zeigt den herbeigerufenen Häschern die Haarlocke in ihrer linken Hand. Vor dem Diwan steht ein riesiger Weinkrug. Die Textkartusche beschreibt die Szene in Latein:

 

IVDICVM AM XVI

 

 

 

 

David und Goliath

 

Viele Kamin- und Ofenplatten zeigen Begebenheiten aus dem Leben des König Davids nach den beiden Büchern Samuel und dem 2. Buch der Könige. Sehr beliebt ist die Geschichte des kleinen David als er gegen den großen Philister Goliath kämpft und ihn besiegt.

 

David, nur mit einem Stab, Schleuder und fünf Bachkieseln in seiner Hirtentasche "bewaffnet" und deshalb von Goliath mit Hohn und Spott überschüttet, läuft dem riesigen Philister entgegen, ... griff mit einer Hand in die Tasche, holte einen Stein heraus, schleuderte und traf den Philister auf die Stirn. Der Stein drang in die Stirn ein, und jener fiel mit dem Gesicht zur Erde hin ... David lief hin, stellte sich vor den Philister, ergriff dessen Schwert, zückte es aus der Scheide und tötete ihn, indem er ihm den Kopf abhieb. Die Philister sahen, daß ihr stärkster Held tot war, und flohen ...

 

 

Inv. Nr. 170   David und Goliath

Ofenplatte, 47 x 57 cm, Neunkirchen, um 1740

 

Die Ofenplatte zeigt den Kampf Davids gegen den Philister-Riesen Goliath.

Die beiden Kontrahenten stehen sich gegenüber. Der mit einer Lanze bewaffnete übermächtige Goliath läßt auf den ersten Blick keinen Zweifel aufkommen, wer Herr im Lande ist. David hält in seiner Rechten eine lanze während der mit der Linken zum Schleudern ausholt. Goliath nimmt die Herausforderung (den linken Arm lässigin die Seite gestützt) mit Überheblichkeit und voller Spott an.

Im Hintergund erkennt man die Zelte der Kriegstruppen Goliaths. In der Schriftkartusche ist zu lesen: 

 

WIE DAVIT GOLIATH

DEN RISEN ERLIGT DAS

I BVCH DER KÖNIGEN

IM I7 CA

 

Die Zuordnung der Bibelstelle wird häufig als falsch bezeichnet. Vermutlich aber hatten die Künstler dieser Platte die altgriechische Bibelübersetzung des Alten Testaments - die Septuaginta - als Vorlage. Dort sind die beiden "Samuel".Bücher und die beiden "Königs"-Bücher zur gemeinsamen Überschrift "Bücher der Königsherrschaft" zusammengefasst. Danach wäre die David-und-Goliath-Geschichte tatsächlich im 17. Kapitel des "1. Buchs der Könige" zu finden und nicht im "1. Buch Samuel", wie es heute geläufig ist. Die Ausgestaltung mit Tulpenranken war für einen bestimmten Formenschneider zu Beginn des 18. Jh. im Saarland typisch, weswegen er "Meister des Tulpenornaments" genannt wurde.

 

 

Inv. Nr. XXX   David und Goliath

Ofenplatte, 47 x 57 cm, Neunkirchen, um 1740

 

Dublette der vorherigen Platte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Joab Tötet Abner

 

David auf der Flucht, schont Saul mehrfach, als dieser bei blindwütigen Verfolgungen Davids in Gefahr gerät. Wie von einer Wahrsagerin prophezeit, fallen Saul und Jonathan in der nächsten Schlacht gegen die Philister. David wird zum König von Juda mit dem von Gott zugewiesenen Sitz in Hebron erhoben. Er besiegt die Philister und bringt die entführte Bundeslade nach Jerusalem zurück.

Die Nachkommen Sauls unter Anführung von Abner, seinem Neffen und Feldherrn, machen Eschbaal zum König über ganz Israel. es kommt zum Krieg, angeführt von Abner aus dem Hause Saul und dem Feldherrn Joab für das Haus Juda. Als Abner im Kampfspiel Asahel, Joabs Bruder (beide sind Söhne von Davids Schwester Zeruia) versehentlich durch einen Stich in den Unterleib tötet, sieht sich Joab gezwungen,das Blut des Bruders zu rächen. Wenig später sucht Abner David in Hebron zu politischen Gesprächen über die Zukunft von ganz Israel auf. Ihm ist freies Geleit zugesichert. Auf dem Heimweg begegnet er Joab und seinen Leuten, die von einem Raubzug heimkehren. Joab beschwert sich bei David, daß er Abner frei ziehenlasse und sendet diesem ohne Wissen Davids einen Boten nach, um ihn zur Fortsetzung der Gespräche zurückzuholen ... Abner kam so wieder nach Hebron, und Joab führte ihn in die Mitte des Tores. Er tat so, als wollte er heimlich mit ihm reden, versetzte ihm dort aber einen Stich in den Unterleib. So mußte er sterben, um das Blut Asahels, des Bruders Joabs zu sühnen ...

 

 

Inv.-Nr. 372   Joab tötet Abner

Ofenplatte, xx x xx cm, Wallonie (?), Anfang 17. Jh.

 

Die Ofenplatte zeigt des Meuchelmord Joabs. Joab (links) sticht den ihn umarmenden Abner in den Leib. Hinter Joab stehen seine judäischen Krieger, hinter Abner ein Reiterknecht mit dem Pferde seines Feldherrn. Unter das Bild ist der französische Text gesetzt:

 

ABNER EST TVE DE IOAB

2 SAMUAL 3 CAPITEL

(Abner wird von Joab getötet)

 

Im Sockelfeld zeigt die Platte Tugendallegorien, links Prudentia (mit Schlangen), rechts vermutlich Justitia. Die mittlere Darstellung ist schwer zu deuten: Eine knieende Gestalt umfasst mit beiden Händen ein geschupptes Band oder einen Stamm: es könnte ein Engel sein sein oder Maria Magdalena, die den Kreuzesschaft umfasst.

 

Diese Darstellung des Sündenfalls geht auf Hans Sebald Beham (geb. 1500, gest. 1550) zurück.

 

Hans Sebald Beham war ein bedeutender Maler und Kupferstecher. Sebald Beham war der ältere Bruder Barthel BehaMS. Sein erster Vorname Hans, der nach der Form seines Monogramms angenommen wird, ist in den zeitgenössischen Quellen nicht nachweisbar. Über die Ausbildung der beiden Maler und Kupferstecher sind ebenfalls keine zeitgenössischen Quellen erhalten. Durch die künstlerische Nähe zu Albrecht Dürer wird in der Sekundärliteratur vermutet, dass die Brüder Beham ihre Ausbildung in der Werkstatt Dürers erhielten.

 

Bayerische Staatsbibliothek Information in erster Linie Bildähnlichkeitssuche
Beham, Hans sebald: Biblicae Historiae Artificiosissme Depictae
Beham, Hans Sebald, (1537)
https://bildsuche.digitale-sammlungen.de/index.html?c=start&l=de

David begehrt Batseba

 

Eines Tages, als Joab gerade wieder einmal auf Kriegszug war, stand David von seinem Lager auf und lustwandelte auf dem Dach des Königspalastes. Da sah er vom Dach aus eine badende Frau von überaus schöner Gestalt. David schickte einen Gesandten und erkundigte sich nach der Frau. Man meldete ihm: "Das ist Batseba, die Tochter Eliams, die Frau des Hethiters Uria".

David schickt Boten hin und ließ sie holen. Sie kam zu ihm, und er wohnte ihr bei ... Batseba wird schwanger und läßt es David wissen. Er wil unter allen Umständen verhindern, als Egebrecher bloßgestellt zu werden. Er läßt Uria, den Chef seiner leibwache aus Kretern und Peletern, der ermüdet von einem Feldzug seinen Dienst vor demPalast verrichtet, rufen, unterhält sich anteilnehmend mit ihm und schickt ihn nach Hause, es sich nach den Anstrengungend es feldzuges bequem zu machen. Doch Uria bleibt pflichtgetreu, aber wohl auch mißtrauisch im Dienst. Als alle Überredungen, Geschenk eund auch Gelage nichts fruchten, schickt david Batsebas Mannin den Krieg. Mit Hilfe Joabs erreicht David sein Ziel: Uria fällt; David nimmt Basteba zur (dritten) Frau.

2 Samuel 11

 

 

Inv.-Nr. 171   David begehrt Batseba

Ofenplatte, 91 x 93 cm, Südeifel (?), 2. H. 17. Jh

 

Die Ofenplatte zeigt diese Szene in frühbarocker höfischer Ausschmückung. Batseba sitzt im Bad, von Tüchern fast verhüllt. Zwei Dienerinnen mit Badeessenzen sind ihr zur Seite. Ein junger Mann in korrekter Uniform mit Degen, den Hut in der Hand, überbringt die Einladung von König David, der sich über die Dachbrüstung beugt, die Harfe unter dem Arm. Den Brunnen - hier links im Bilde - krönt ein Putto, der einen wasserspeienden Fisch hochhält.

Im unteren Segment ist in der Ornamentik ein Frauenkopf integriert.

  

 

 

 

 

 

 

David und Absalom

Davids Sohn von der verführten Batseba stirbt kurz nach der Geburt, wie vom Propheten Natan (dem Weisen) als Strafe für den Ehebruch geweissagt. Später gebiert Batseba David wieder einen Sohn, den von Gott gewollten Nachfolger auf dem Königsthron, Salomo. Auch die anderen Söhne Davids - Absalom, Amnon und Adonia - wollen Thronnachfolger werden. Amnon wird von Absolom getötet, nachdem der beider schöne Schwester Tamar begehrt und geschändet hatte. Von David verfolgt, muß Absalom zu seinem Großvater Talmais nach Geschur fliehen. Als Davids Zorn verflogen war, holt (der immer noch regierende) Joab den machtlüsternen Sohn Davids zurück, der nun in Jerusalem "die Herzen der Israeliten stielt", in dem er allen gefällig ist. Schließlich gelingt es ihm, sich in Hebron zum König ausrufen zu lassen. David sieht sich gezwungen, aus Jerusalem zu fliehen. Es kommt zum Krieg zwischen Vater und Sohn, der Joab als obersten Feldherrn absetzt.  Enttäuscht darüber tritt Joab wieder in Davids Dienste und erhält vor der Entscheidungsschlacht im Wald Ephraim wie die Befehlshaber Abischag und Ittai den strikten Befehl: "Verschont mir den jungen Absalom." Davids Truppen sind siegreich ...

Der Zufall wollte es, daß Absalom den Kriegsknechten Davids unter die Augen kam. Er ritt auf einem Maultier. Das Maultier kam unter das Astwerk einer großen Eiche. Absaloms Kopf blieb an der Eiche hängen, er schwebte zwischen Himmel und Erde, da das Maultier unter ihm weggelaufen war ... Man meldet das dem Joab. Er ist wütend, daß sie ihn nicht getötet haben, obwohl er selbst an Davids Befehl erinnert wird, den Königssohn zu schonen. ... Er nahm drei Speere in seine Hand und stieß sie Absalom ins Herz, der noch lebend an der Eiche hing. Zehn Krieger, Joabs Waffenträger, kamen herzu und schlugen Absalom vollends tot ...

2 Samuel 18

 

 

Inv.-Nr. 172   Der Tod des Absalom

Ofenplatte, 95 x 82 cm, Pfalz, 2. H. 17. Jh.

 

Die Hauptszene zeigt in naiv-volkstümlicher Darstellung Absalom, den Sohn König Davids, der auf der Flucht vor seinen Verfolgern mit den Haaren am Ast einer Eiche hängen bleibt. Vor dem an der Eiche baumelnden Absalom (im Hintergrund die Stadtmauern von Hebron) werden zwei Kanonen positioniert. Rechts von den Kanonen hat sich ein kleiner Kanonier positioniert, vor den Kanonen sind Pulverfässer und Kugelsäcke zu erkennen. Er schießt hinter drei mit Schilden bewehrten Reitern her, die - von einem Hund begleitet - schon an der Eiche vorbeigesprengt sind, an der Absalom hängt, noch einen Fuß auf das Hinterteil seines fliehenden Maultiers gestützt. Von rechts stürmen drei weitere Reiter, ausgerüstet wie die Vorbeigerittenen, mit angelegten Lanzen gegen den an den Haaren festhängenden Absalom. Im Sockelfeld des reich dekorierten Rahmens heißt es:

 

ABSALON SEIN VATER VERFOLGET HEDT

AM BAUM BLEIBT HANGEN WIRD GEDÖDT

 

Der ovaloide (Schuppen)rahmen, flankiert von gebälktragenden Postamenten ist eine für diese Szene typische Konstellation, die sich auf allen weiteren Absalomplatten im folgenden wiederfindet. Es ist davon auszugehen, dass die verschiedenen Künstler alle die gleiche biblische Bildvorlage benutzten.

 

 

 

 

Inv.-Nr. 173   Der Tod des Absalom

Ofenplatte, 96 x 83 cm, Pfalz, 2. H. 17. Jh.

 

Sehr ähnlich zur vorherigen Ofenplatte zeigt sich die Gestaltung dieser Gussplatte. Vor dem an der Eiche baumelnden Absalom (im Hintergrund die Stadtmauern von Hebron) werden zwei Kanonen positioniert. Rechts von den Kanonen hat sich ein kleiner Kanonier positioniert, vor den Kanonen sind Pulverfässer und Kugelsäcke zu erkennen. Er schießt hinter drei mit Schilden bewehrten reitern her,die - von einem Hund begleitet - schon an der Eiche vorbeigesprengt sind, an der Absalom hängt, nun ohne Kontakt zum  Hinterteil seines fliehenden Maultiers gestützt. Von rechts stürmen drei weitere Reiter, ausgerüstet wie die Vorbeigerittenen, mit angelegten Lanzen gegen den an den Haaren festhängenden Absalom. Im Sockelfeld heißt es:

 

ABSALON SEIN VATER VER

FOLGET HEDT AM BAUM BLEIBT

HANGEN WIRD GEDÖDT

 

 

Inv.-Nr. 723   Der Tod des Absalom

Ofenplatte, 96 x 83 cm, Pfalz, 2. H. 17. Jh.

 

 

Dublette der vorherigen Platte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 175   Der Tod Absoloms

Ofenplatte, 85 x 80 cm, Saarland/Südpfalz, 2. H. 17.Jh

 

Sehr ähnlich zur vorherigen Ofenplatte zeigt sich die Gestaltung dieser Gussplatte. Vor dem an der Eiche baumelnden Absalom (im Hintergrund die Stadtmauern von Hebron) werden zwei Kanonen positioniert. Rechts von den Kanonen hat sich ein kleiner Kanonier positioniert, vor den Kanonen sind Pulverfässer und Kugelsäcke zu erkennen. Er schießt hinter drei mit Schilden bewehrten reitern her,die - von einem Hund begleitet - schon an der Eiche vorbeigesprengt sind, an der Absalom hängt, nun ohne Kontakt zum  Hinterteil seines fliehenden Maultiers gestützt.

 

Von rechts stürmen drei weitere Reiter, ausgerüstet wie die Vorbeigerittenen, mit angelegten Lanzen gegen den an den Haaren festhängenden Absalom. Im Sockelfeld heißt es: 

 

ABSALON SEIN VATER VERFOLGEN THAT

AM BAUM BLEIBT HANGEN WIRD GETODT 

 

 

 

Inv.-Nr. 174   Der Tod des Absalom

Kaminplatte, 98 x 94 cm, Elsaß/Südpfalz, 2. H. 17. Jh.

 

Diese Bildmotiv ist dem der vorherigen Platten sehr ähnlich, aber etwas schlichter gestaltet. Drei mit Schilden ausgestattete Reiter sind am Baum, an dem Absalom hängt, bereits vorbeigeritten. Absalom selbst hängt frei vom Baum, sein Maultier kann ihn schon nicht mehr stützen. Drei mit Speeren bewaffente Reiter zielen auf ihn, unten richtet ein Kanonier zwei Kanonen auf die vorbeigerittenen Reiter. Im Hintergrund das Stadttor von Hebron. Im Sockelfeld unten steht:

 

ABSOLON SEIN VATER VERFOLGETHE

AM BAUM BLEIBT HANGEN WIRD GEODT

 

 

 

 

Inv.-Nr. 736   Der Tod des Absalom

Ofenplatte, x x x cm, Elsaß/Südpfalz, 2. H. 17. Jh.

 

Gleiche Modellgrundlage wie Nr. 174, nun als Ofenstirnplatte mit (angelehnten) Eckleisten

Inv.-Nr. 550   Der Tod des Absalom

Kaminplatte, 84 x 77 cm, Südeifel (Eichelhütte), dat. 1702

 

 LA TRISTE MORT

17 D'APSALON 02

FAITE A EICHELHOET

(Der traurige Tod Absaloms, 1702, hergestellt in Eichelhütte)

 

  

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 176   Der Tod des Absalom

Ofenplatte, 94 x 82 cm, Lahngebiet, 2. H. 17. Jh.

 

Dieses Bildmotiv des Todes Absaloms reduziert das Geschehen im Walde Ephraim auf Absalom und den mit zwei gefährten heranstürmenden Joab, mit einem großen Feldbusch auf dem Ritterhelm. Auf Absalom sind die drei Speere seiner Gegner (von denen bei zweien nur die behelmten Köpfe zu sehen sind) gerichtet. Von Absaloms Maultier ist links nur noch das Hinterteil im Bild. In der Kartusche ist der Hinweis auf die Bibelstelle zu lesen:

 

IM 2 BVCH SAMUELIS 18 CAPITEL

 

In der darunter liegenden Schriftleiste heißt es:

 

ABSALOM BLEIBT AN DER EICHE HANGEN

SEIN VATTER NACH IHN HAT VERLANGE

ALS ER VERNIMPT SEINES SOHNES TOD

SPRICHT ER GAR KLÄGLICHE WORT

 

Diese Darstellung geht auf Augustin Hirschvogel (geb. 1502, gest. 1553) zurück.

 

Augustin Hirschvogel war ein deutscher Künstler, Geometer und Kartograph der Renaissance. Er war der Sohn des berühmten Nürnberger Glasmalers Veit Hirschvogel der Ältere, der in Nürnberg fast ein Monopol auf die Herstellung von Glasfenstern für Kirchen hatte. In der Werkstatt des Vaters lernten und arbeiteten Augustin und sein Bruder Veit der Jüngere.

Als die Reformation in Nürnberg Fuß fasste und die einträglichen Glasmalereien für die Katholische Kirche als Einnahmequelle wegfielen, muss sich Augustin Hirschvogel selbständig gemacht und nach anderen Tätigkeitsfeldern umgesehen haben. Um 1530 besaß er zusammen mit den Nürnberger Töpfern Hanns Nickel und Oswald Reinhart eine eigene Werkstatt, die verzierte und glasierte Tonkrüge herstellte. In Nürnberg hergestellte Krüge wurden, obwohl sie nicht unbedingt aus Hirschvogels Werkstatt stammten, „Hirschvogelkrüge“ genannt.  Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts schuf der vielseitige Künstler auch Kupferstiche und eine große Zahl von Radierungen.

 

https://www.artsy.net/artwork/augustin-hirschvogel-absalom-slain-by-joab

 

 

Inv.-Nr. 721   Der Tod des Absalom

Ofenplatte, 94 x 82 cm, Lahngebiet, 2. H. 17. Jh.

 

Dublette der vorherigen Platte, linke und rechte Seitenplatte, als Stirnplatte diente die Bekehrung des Saulus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Urteil des Salomons

Zwei Mütter, Dirnen, sagt die Bibel, die im selben Haus wohnen, erscheinen mit einem neugeborenen Knaben vor Salomons Thron. Beide behaupten, es sei ihr Kind. Jede beschuldigt die andere, des nachts das eigene tote Kind mit dem Lebenden der anderen vertauscht zu haben. Salomon läßt sein Schwert bringen und befiehlt zum Schein, das lebene Kind in zwei Hälften zu teilen. Die falsche Mutter erklärt sich mit dieser Lösung einverstanden. Die richtige Mutter verzichtet aber aus Liebe zu ihrem Kind auf ihren Anspruch und will es lieber lebend der anderen Frau überlassen. Salomon weiß so, wer die richtige Mutter ist und übergibt ihr das Kind.

1 Könige 3

 

 

Inv.-Nr. 177   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 108 x 87 cm, Geislautern, dat. 1737

 

Das Bildmodel ist wohl ein Meisterwerk der Holzschnitzkunst, sowohl was Komposition der Szene als auch die Durchführung der Arbeit anbelangt.

Zentral im Bild sitzt König Salomon mit Krone auf dem Kopf unter einem Baldachin auf einem löwengeschmückten Thron. Vor dem Thron liegt das tote Kind auf dem Boden, während ein königlicher Soldat das lebene Kind an den Füßen kopfüber hochhält und mit dem Schwert in der rechten auf den Befehl des Königs zur Teilung des Kindes wartet. Links vor dem Thron kniet die wahre Muitter und fleht um das Leben ihres Kindes, während die Betrügerin rechts auf die Tötung des lebendigen Kindes wartend steht. Ein zweiter Soldat steht hinter dem Thron und beobachtet die Szene. Vor dem Thron liegt ein schlafender Hund. Im Hintergrund sieht man die städtischen Gebäude. Beachtenswert ist die Umrandung der Szene, deren Ecken barock nach innen eingezogen sind und der für Gussplatten aus saarländischen Hütten kennzeichnend ist. Es ist möglich, dass der bekannte Saarbrücker Maler, Bildhauer und Architekt Stengel (1694-1787) bei der Ausführung des Models Pate gestanden hat. 

Im unteren Steg ist die Gussplatte signiert mit

 

17     GEISLAUTEREN     37 

 

Anmerkung:

Die Vorlage für das Model dieser Platte wird Friedrich Joachim Stengel (1694-1787), zugeschrieben, Architekt, Maler und Bildhauer sowie hoher Verwaltungsbeamter (Generalbaudirektor) in Saarbrücken, geboren in Zerbst, Studium an Berliner Kunstakademie (Zeit Andreas Schlüters und Eosander von Goethes). Studien in Oberitalien, Architekt der Orangerie in Fulda. Kam 1735 nach Saarbrücken um den großzügigen Kunstideen des Fürsten monumentalen Ausdruck zu verleihen. Künstler und Kunsthandwerker, Italiener, Franzosen, Tiroler und Deutsche zogen ihm nach Saarbrücken (Bau der Ludwigskirche). Nach Zeichnungen Stengels, sein Lieblingsbildhauer war J. Gounin aus St. Avold, der viel an seinen Bauten arbeitete. Unter den Ofenplatten aber gibt es so hervorragend entworfene Stücke in feinstem Rocaille, dass wir hier die Hand und die Schule Stengels oft selbst im Entwurf vermuten müssen, wie auch der Saarbrücker Maler, so Dryander, sich mit dem Zeichnen für Eisengussarbeiten beschäftigt haben, so dass hier Kunst und Industrie einmal ineinander gingen. Johann Friedrich Dryander: Saarbrücker, späterer Hofmaler, ging 1774 nach Darmstadt. 

 

 

Inv.-Nr. 178   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 107 x 84 cm, Saarland, 1. H. 18. Jh.

 

 

Diese Kaminplatte besitzt die gleiche Bildvorlage wie die vorherige Kaminplatte. Es fehlt jedoch die Signierung. Sie ist das Produkt einer Nassauischen Hütte, entweder Geislautern, Fischbach oder Neunkirchen.

 

 

 

 

  

 

 

 

Inv.-Nr. 441   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 107 x 84 cm, Saarland, 1. H. 18. Jh.

 

 

Diese Kaminplatte ist eine Dublette der vorherigen Platte.

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

Inv.-Nr. 629   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 107 x 84 cm, Saarland, 1. H. 18. Jh.

 

 

Diese Kaminplatte ist eine Dublette der vorherigen Platte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 755   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 107 x 84 cm, Saarland, 1. H. 18. Jh.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 790   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 107 x 84 cm, Saarland, 1. H. 18. Jh.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 179   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 131 x 129 cm, Saarland, 1. H. 18. Jh.

 

Diese Kaminplatte besitzt die gleiche Bild-vorlage wie die beidenvorherigen Kamin-platten. Es fehlt eine die Signierung. Sie ist mittels einer Vorlage auf imposante Abmes-sungen vergrößert. Die Freiflächen sind mit einer Vielzahl von Füllstücken versehen, die mit zwei verschiedenen Stempeln angefertigt wurden. Letztere findet man ebenfalls sowohl auf Gussplatten aus Geislautern als auch auch Neunkirchen.

 

 

 

 

Kaminplatte "Das Urteil des Salomons" im Schloss Merzig-Hilbringen

Signierung mit:

DE MAVRICE                        DE HVMBERT

                                1764

von SIE(R)SBERG

Heinrich Josef de Maurice de Siersberg (geb.24.06.1699; gest. 24.09.1772 in Forbach)

Appolonia de Humbert (geb. 10.11.1709 in Bettingen)

Heirat am 11.08.1733 in Forbach

Erbauer des Schlosses in Hilbringen im Jahre 1745 

 

 

Inv.-Nr. 180   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 96 x 80 cm, Saarland/Lothringen, dat. 1784

 

Künstlerisch deutlich weniger gelungen im Vergleich zu den vorherigen Salomonplatten zeigt sich diese Variante. Der Bildaufbau ist demjenigen der vorherigen Bildvorlage sehr ähnlich, es wurde vermutlich die gleiche Bildvorlage genutzt.

 

Es findet sich zudem die gleiche Umrandung der Szene, deren Ecken barock nach innen eingezogen sind.

 

Im oberen Steg ist die Platte signiert mit

 

                                                            PETRUS                         TVNGER

                                                        

dem Namen des Betsellers der Platte, neben dem Baldachin ist die Platte datiert in das Jahr  1784.                                                                                                                                                                                                                                            

 

Inv.-Nr. 181   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, Fragment 80 x 77 cm, Saarland/Lothringen, 18. Jh.

 

 

Hierbei handelt es sich um ein Fragment einer Kaminplatte mit der gleichen Bildvorlage wie die der vorherigen Kaminplatte, eine Signierung fehlt hier.

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

Inv.-Nr. 618   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 85 x 95 cm, Saarland, um 1740

 

 

 

 

In Bearbeitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 182   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 108 x 91 cm, Eisenschmitt/Weilerbach (?), dat. 1702

 

Im Zentrum dieser Darstellung steht nicht der weise König Salomon sondern der mit der Teilung des Kindes beauftragte Soldat. Er hält das Kind kopfüber an einem Bein und holt mit einem mächtigen Säbel zum Schlage aus. Salomon sitzt abwartend unter einem einfachen Baldachin auf dem Thron. Die beiden Frauen befinden sich hinter dem mit der Tötung des Kindes beauftragten Soldaten. Die Mutter des Kindes liegt flehend auf dem Boden, während die Betrügerin scheinbar unbeeindruckt dem Geschehen zusieht. Zu Füssen des Königs liegt vor dem Thron das tote Kind. Im Vordergrund und rechts eben dem König ist nicht ganz maßstabsgerecht zwei weitere mit Speeren bewaffnete Soldaten zu erkennen. Eingerahmt wird die Szene durch ineinander verschachtelte Blütenkelche umgeben von Lorbeerzweigen. Im Schriftfeld unten steht in französisch geschrieben:

PREMIER IVIEMENT DE

SALOMON 1702

(Erstes Urteil des Salomon)

 

 

 

Inv.-Nr. 619   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 108 x 91 cm, Eisenschmitt/Weilerbach (?), dat. 1702

 

 

Dublett der vorherigen Platte

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 183   Das Urteil Salomons

Kaminplatte, 80 x 77 cm, Eisenschmitt/Weilerbach (?), dat. 1702

 

 

Diese Kaminplatte besitzt die gleiche Modelgrundlage wie die vorherige Kaminplatte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 184   Das Urteil Salomons

Ofenplatte, 49 x 70 cm, Eisenschmitt (?), 1. H. 16. Jh.

 

In der rechten Bildhälfte sitzt König Salomon unter einem Baldachin, in der Linken ein Zepter. Vor dem Thron hält ein Soldat das lebende Kind an einem Bein kopfüber in der Höhe und erhebt das Schwert zum Schlage. Salomon hat die rechte Hand erhoben, um ihm vermutlich Einhalt zu gebieten. denn vor dem Thron fleht die wahre Mutter kniend um das Leben ihres Kindes. Neben ihr liegt das tote Kind auf dem Boden. dessen Mutter steht neben ihr, wartend auf den tödlichen Schwerthieb. Im Hintergrund sieht man neben weiteren Soldaten auch Zuschauer, die das weise Urteil des Königs verfolgen.

Im unteren Bereich sind zwei Portraitmedaillons zu finden, die von einem Putto gehalten werden.

  

 

 

 

Inv.-Nr. 762   Das Urteil Salomons

Ofenplatte, 60 x 60 cm, Pfalz (?), 16./17. Jh.

 

 

IN BEARBEITUNG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Elias und der Engel

Die Geschichte von Elias und dem Engel, die in der Bibel (1. Könige 19) erzählt wird, handelt von Elias' Flucht vor der bösen Königin Isebel nach der Tötung der Baalspropheten, bei der ihn ein Engel weckt, ihm Nahrung gibt und ihn auf eine 40-tägige Reise zum Berg Horeb stärkt, wo Gott ihm in einem leisen Sausen erscheint und ihn beauftragt, seinen Nachfolger Elisa zu salben. Der Engel dient als Boten Gottes, der Elias in seiner Verzweiflung beisteht, ihm Kraft gibt und ihn auf den Weg zurück zu Gottes Auftrag führt.

 

 

Inv.-Nr. 582   Elias und der Engel

Holzmodell, 70 x 70 cm, Frankreich (Conches), Ende 18. Jh.

 

seltene Darstellung des Elias

 

vermutlich aus der Gießerei Conches in der Normandie.

Fund: Charleville-Mézières´, Départements Ardennes

 

 

 

Das Ölwunder des Elisäus

Das häufigste Motiv auf Ofenplatten war das Ölwunder des Elisäus. Es gibt unzählige Darstellungen aus allen Hüttenzentren über mehr als 200 Jahre:

Nachdem die Hungersnot auch das Land Sidonia erreicht hat, weist Gott den Elias an, in die Stadt Sarepta zu gehen. Dort soll eine arme Witwe, die einen kranken Sohn hat, ihn versorgen. Er trifft sie vor dem Ort beim Reisigsammeln und überbringt ihr den Auftrag Gottes. Sie sträubt sich, ihn aufzunehmen, da sie nichts mehr vorrätig habe, außer einer Hand voll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Doch er beruhigt sie mit der Verheißung Gottes: "Der Mehltopf wird nicht leer, und das Ölgefäß wird nicht trocken, bis der Tag kommt, da der Herr wieder Regen auf den Ackerboden sendet." Die Verheißung erfüllt sich. Ein weiteres Wunder verrichtet Elias, als der Sohn der Frau stirbt: Elias erbittet von Gott das Leben des Sohnes zurück.

 

 

Inv.-Nr. 185   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, 68 x 68 cm, Zinsweiler, dat. 1773

 

Die Bilddarstellung im Hause der Witwe zeigt Elisäus in weitem Gewand. Die Witwe steht mit ihrem kleinen Sohn links im Bild während Helfer Öl aus den nicht versiegenden Krügen umfüllen. In der Schriftkartusche steht geschrieben:

 

DAS ÖHL GAR REICHLICH SICH

VERMEHRT DER SOHN VOM TODT

ZUM LEBEN KEHRT: IM TODT SICH

GOTTES GUT BEWEIST MIT WENIG

BRODT VILL MENSCHEN SPEIST 1. REGUM

 

 

Oben links und rechts der Bögen ist die Platte datiert in das Jahr

 

                                                                                   17                            73

 

Zwischen den Rundbögen ist eine Sonne angebracht, sie ist das Zeichen, die Wappensonne der Hüttenfamilie deDietrich, die das Werk Zinsweiler zwischen 1766 und 1769 erwarb.

 

 

 

 

Inv.-Nr. 753   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, 72 x 68 cm, Lahngebiet (Kraftsolms), dat. 1585

 

PETER SORGE SMELSER VND SMIDEN M(eister) ZV KRAFT SOLMS 1585 

DAS ÖHL GAR REICHLICH SICH VORMEHRT

DER SOHN VOM TODT ZUM LEBEN KERT IM 

TOT SICH GOTES GVT BEWEIST 

MIT WENIG BROTS VIHL MENSCHEN SPEIST

 

Die mit dem Namen des Schmelzers und Schmiedemeisters Peter Sorge von der Hütte zu Kraftsolms gekennzeichnete Platte dürfte die früheste datierte (1585) Platte mit dieser Art der Darstellung des Ölwunders sein, die über zwei Jahrhunderte hergestellt wurde. 

Peter Sorge war Schmelzer, d.h. Hüttenbesitzer und Schmiedemeister der Hütte in Kraftsolms, einer Gemeinde im Solmsbachtal im Taunus. Bis auf die Tatsache, dass er ein erfolgreicher und umtriebiger Unternehmer gewesen sein muss, weiß man nichts über ihn. Für das Jahr 1593 beispielsweise ist er aktenkundig, weil er damals das Recht erwarb, bei Altweilnau nach Blei und anderen Metallen zu schürfen. Zu jener Zeit gründete er außerdem Hütten in Emmershausen und in Weilmünster im Weiltal sowie in Gerolstein an der Wisper. Die Gestaltung des Modells geht wahrscheinlich auf Conrad Luckeln (nachweisbar zwischen 1551 und 1575) zurück, einen wohl aus Korbach stammenden Bildschnitzer, der bei Philipp Soldan (um 1500 bis nach 1569) in Frankenberg gelernt hatte. Sollte der Schöpfer des Modells nicht bereits eine ältere Platte bzw. deren Modell rezipiert haben, bediente er sich wahrscheinlich eines 1564 entstandenen Holzschnitts des aus Zürich stammenden, ab 1561 in Nürnberg ansässigen Kupferstechers Jost Ammann (1539—1591). Dieser Inspirationsquelle entlehnte er die Komposition aus zwei Bild ebenen sowie jene der drei Hauptfiguren und die Reihung der Krüge.

 

Es existiert eine Ofenplatte mit der Darstellung "Tod des Johannes", beschrieben bei Ludwig Beck, die die Inschrift trägt:

 

 

Johannes wirt verdampt zvm Todt

Zw. Fisch wirt reichen vnd fvnf Brodt

Petrvs im Mer am Glauben felet.

In der Mittelschnalle aber liest man:

N. Peter Sorge Hvttenmeister zv Chraft-Solms

vnd Gertrud Scheres v. Cassel s. H. F. (seine Hausfrau) Anno 1586.

 

Dublette: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

 

Quellen:

 

 

 

 

Inv.-Nr. 186   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, 60 x 61 cm, Neunkirchen, um 1740

 

Eine einfache bäuerliche Darstellung zeigt in naiver Volkskunst die Geschehnisse im Hause der Witwe von Sarepta. Zwischen den Säulenpodesten sind Flechtkörbe gesetzt. Der Text zum Bild heisst:

 

DAS OEL IM GRUG SICH RE

ICHLIG MERT DER SON VOM T

OT ZUM LEBEN FERT WEIL

AM 2 REG AM 4 CA

 

 

Die Ausgestaltung mit Tulpenranken war für einen bestimmten Formenschneider zu Beginn des 18. Jh. im Saarland typisch, weswegen er "Meister des Tulpenornaments" genannt wurde.

 

 

 

Inv.-Nr. 187   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, 75 x 68 cm, Lahngebiet (?), 2. H. 17. Jh.

 

Eine sehr schöne Arbeit zeigt das Bildmotiv auf dieser Ofenplatte. Links im Bild Elisäus mit der Witwe, mittig und rechts die fleißigen Helfer beim Befüllen der Krüge aus den nicht versiegenden Gefäßen.

Im Schriftband darunter der selten anzutreffende Spruch:

 

DER SEGEN DES HERRN MACHET REICH

 

In der ovalen Schriftkartusche darunter steht:

 

 

                                                                                    II REGUM IV CAP

                                                                                     GOTT ERNEHRT DIE WITWE

                                                                                       UND VERMEHRT IHR OEL

 

 

 

 

Inv.-Nr. 188   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, 66 x 64 cm, Lahngebiet, dat. 1664

 

Eine etwas ältere Darstellung des Ölwunders als die vorherigen findet sich mit dieser Ofenplatte. Im Schriftfeld unter der Ölvermehrungsszene steht:

 

2 REGUM AM 4 CAPITTEL

 

In der darunter liegenden ovalen Schriftkartusche heisst es:

 

ANNO DOMINI 1664 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 809   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, 65 x 63 cm, rechts rheinisch, datiert 1590

 

 

 

REGVM AM 4 CAP 

ANNO DOMINI 1590

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 764   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, 66 x 64 cm, Lahngebiet, dat. 1676

 

Eine etwas jüngere Darstellung des Ölwunders als die vorherigen findet sich mit dieser Ofenplatte. Im Schriftfeld unter der Ölvermehrungsszene steht:

 

2 REGUM AM 4 CAPITTEL

 

In der darunter liegenden ovalen Schriftkartusche heisst es:

 

ANNO DOMINI 1676

 

Inv.-Nr. 189   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, 67 x 63 cm, Elsaß, dat. 1710

 

Diese Ofenplatte hat  Ähnlichkeit mit der vorherigen Ofenplatte Nr. 188. Sie trägt die gleiche Inschrift im Schriftband:

 

2 REGUM AM 4 CAPITTEL

 

In der darunter liegenden Schriftkartusche steht die Jaheszahl

 

1710 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 484   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, xx x xx cm, Altleiningen, 1. H. 18. Jh.

 

 

EIN WITWE ARM VND SCHLECHT BEHERBERGT

DEN PROPHETEN DERN WEGE GROSSER XXXXXX

DIE GLAEVPIGER TRANGT HAETTEN ELIS.........

DAS OEL     GEPRICHT DIE

 

 

in Bearbeitung 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 190   Das Ölwunder des Elisäus

Ofenplatte, 66 x 61 cm, Altleiningen, 1. H. 18. Jh.

 

Eine sehr einfache Arbeit zeigt diese Darstellung des Ölwunders. Die räumliche Perspektive ist nicht gelungen, einige Akteure scheinen in der Luft zu schweben bzw. auf den Gefäßen zu laufen.

 

 

  

 

 

 

 

 

 

Elias hilft der Witwe von Sarepta

 

Elias erbittet Gott das Leben des Sohnes zurück .... und der Lebensgeist kehrte in den Knaben zurück, so dass er wieder auflebte.

 

 

Inv.-Nr. 191   Elias hilft der Witwe von Sarepta

Ofenplatte, xx x xx cm, Saarland (?), 2. H. 17. Jh.

 

Gussplatten mit dem Thema der Auferweckung des Sohnes der Witwe von Sarepta sind sehr selten.

Anders als auf den weit verbreiteten Ölwunder-Platten ist hier das Obergeschoss des Hauses zu sehen. Hier öffnet der Sohn der Witwe einen Kasten, in dem er "tot" liegt, bis Elias ihn erweckt. Die Witwe steht auf einer in das Obergeschoss führende Wendeltreppe, Elias eilt auf diese Treppe zu. Im rechten Bildbereich ist auch die Vorratsvermehrung zu sehen

 

In der Sockelkartusche wird das Bild erläutert:

 

                                                                                ELIA KAM GEN ZAR

                                                                                 PATH ZVR WITWE

                                                                                IM B KON 17 CA  

 

 

 

Judith

Inv.-Nr. 682   Die Belagerung von Bethulia

Ofenplatte, 95 x 105 cm, Oberhessen, um 1550

 

Eine Platte (vgl. Abb. 32 b) nach einem Model von Philipp Soldan — und diese wiederum nach einem Holzschnitt des Israel van Mecke- nem (? — 1503) — zeigt die ganze Erzählung: Bethulia ist belagert vom Heer des Holofernes. Die für Israel bedrohliche Lage wird vom Formschneider des 16. Jh. durch Kanonen und Munitionsberge unterstrichen. Hinter den verschanzten Verteidigern ist der mit dem Übergabeauftrag geschickte ACHIOR — ausgewiesen durch sein Namensschild — an einem Baumstumpf gefesselt. Darüber ist hinter einer Brük- kenbrüstung die Ältestenversammlung von Bethulia (Namensschild BETHVLIA) zu sehen. Zentrum des Heerlagers ist das große Zelt des HOLOFERNES (ebenfalls, unten rechts, durch sein Namensschild bezeichnet), vor dessen Eingang gerade Judiths Magd das Haupt des Assyrer-Feldherrn in ihren Brotsack steckt, während Judith triumphierend zu ihren Landsleuten hinüberschaut. Hinter den beiden Frauen ist der Rumpf des Holofernes zu erkennen. In einem zweiten Zelt sieht man den Feldherrn und Judith speisend und trinkend am Tisch. Unter dieser breit geschilderten Szene steht:

 

IN SEINER ZELTSTAT HOLOFERNENS VND SEIN VOLCK GOT VERACHT • DARVM IM DIS GESCHACH IVDITH AM XIII CAP

 

Im unteren Sockelfeld stehen Skipio (SCIPIO) und Hannibal (HANNIBALL)

Scipio Africanus (Publius Cornelius Scipio Africanus (ca. 235–183 v. Chr.)und Hannibal (Hannibal Barkas (247–183/181 v. Chr.)) waren die beiden großen Feldherren des Zweiten Punischen Krieges zwischen Rom und Karthago (218–201 v. Chr.), deren Rivalität in der  entscheidenden Schlacht von Zama (202 v. Chr.) gipfelte, wo Scipio den karthagischen General Hannibal besiegte, der bis dahin in Italien fast unbesiegbar schien, wodurch der Krieg für Rom gewonnen wurde und Hannibal zur Rückkehr gezwungen wurde  Scipio nutzte Hannibals eigene Taktiken aus, insbesondere die Kavallerie, um ihn zu schlagen, und beendete damit den Krieg zu Gunsten Roms.

 

 

Inv.-Nr. 694   Die Belagerung von Bethulia

Ofenplatte, 95 x 115 cm, Siegen, um 1560

 

 

Im Sockelfeld Musikanten und ein Tanzpaar (Inv.-Nr. 21   Wappenkomposition W. Schutzbar), in der Mitte ein P im Schild:

 

In rheinischen Sammlungen werden vereinzelt Ofenplatten mit dem Gießer- oder Hüttenzeichen „P im Schild“ aus der Mitte des 16. Jh. angetroffen, das für eine der bekannten Siegener Hüttenfamilien Pender, Pithan oder Pfeifer steht; daraus kann aber nicht ohne weiteren Beleg auf originäre Verwendung solcher frühen Siegerländer Erzeugnisse in rheinischen Häusern geschlossen werden.

Vgl. Roedig, Bernd: Zur Bestimmung des Siegerländer Meisters „P im Schild“. In: Festschrift Kippenberger, S. 82—97

 

 

  

 

 

Esther

 

Esther lebt mit ihrem Adoptivvater Mardochai, einem Nachkommen König Sauls, in Susa, der Hauptstadt des persischen Königs Xerxes (in der Bibel: Ahasver). Anstelle der wegen Ingehorsams verstoßenen Waschti wird Esther, deren jüdische Herkunft dem König nicht bekannt ist, Königin. Mardochai erfährt von einem Mordanschlag auf den König und läßt ihn durch Esther vortragen und vereiteln. Seitdem steht Mardochai als treuer Retter in den Tagebüchern des Königs. Aus persönlicher Gekränktheit beschließt Haman, der erste Fürst am Hofe, nachdem sich Mardochai nicht ehrerbietig vor ihm verneigt hatte, alle Juden zu vernichten. Esther erfährt wiederum von Mardochai davon und erscheint eigenmächtig und ungerufen - darauf steht die Todesstrafe! - vor dem Antlitz des Königs, ihres Mannes ... Als nun der König die Königin Esther im Hofe stehen sah, erregte sie sein Wohlgefallen. Der König streckte das goldene Zepter in seiner Hand ihr entgegen. Esther trat näher heran und berührte die Spitze des Zepters." ... Sie bittet den König und seinen obersten Fürsten Haman zu einem Festmahl und verabschiedet sich danach zu einer Einladung zu einem weiteren Mahl. Haman berichtet davon stolz zu Hause und erbost sich zugleich erneut über den störrischen Mardochai, der ihn nicht grüßen will. Seine Frau und die Berater empfehlen Haman, Mardochai aufzuhängen. Haman läßt sofort einen Galgen errichten. In derselben Nacht ist der König schlaflos und läßt sich zum Zeitvertreib seine Aufzeichnungen kommen. Beim Lesen stößt er auf den Namen Mardochai als desjenigen, der ihn seinerzeit vor dem Mordanschlag bewahrt hat und befiehlt Haman, ein Pferd prunkvoll zu satteln und Mardochai im Triumph durch die Stadt zu führen. Beim anschließenden (zweiten) Festmahl beschuldigt Esther den anwesenden Haman, Mardichai hängen und die Juden ausrotten zu wollen und bittet um Schutz für ihr Volk. Er wird ihr vom König gewährt. Der eigenmächtge Haman, dem die Absichten nachgewiesen werden können, weil er durch Losentscheid schon einen günstigen Tag zur Vernichtung des jüdischen Volkes hatte bestimmen lassen, wird an dem von ihm selbst für Mardochai aufgerichteten Galgen aufgehängt. Mardochai wird in die Ämter Hamans eingesetzt und ermächtigt, Hamans Mordbefehl gegen die Juden durch einen königlichen Schutzbrief für sie zu ersetzen.

Buch Esther

 

 

Inv.-Nr. 192  Ahasver (Xerxes)  verzeiht Esther

Ofenplatte, xx x xx cm, Quint, Ende 17. Jh.

 

Die Ofenplatte zeigt Esther mit einer Dienerin vor dem sich huldvoll mit gesenktem Zepter vom Thron erhebenden Xerxes. Neben dem Thorn steht Mardochai, dahinter die Leibwache. Hamam (durch ein Fenster oben links sichtbar) baumelt am Galgen.

Im unteren Bereich erkennt man zwei sich kreuzende Füllhörner, die auf die Hütte in Quint hinweisen. 

Diese Darstellung des Sündenfalls geht auf Merian, Matthäus d. Ä. (geb. 1593, gest. 1650) zurück.

 

 

 

Kupferstich, 1670, von ) nach Merian. Aus: L’Histoire du Vieux et du Nouveau Testament (..)
Par le Sieur de Royaumont, Nouvelle edition, Paris (Jean Villette) 1723, S. 299.
Berlin, Sammlung Archiv für Kunst und Geschichte.

https://www.akg-images.com/archive/Punition-d%E2%80%99Aman-2UMDHUQV9WCF.html

 

 

 

Inv.-Nr. 646  Die Geschichte der Esther

Ofenplatte, xx x xx cm, Hessen (?), Ende 17. Jh.

 

Rechts der Triumphzug des Mardochai, darüber das Gastmahl der Esther, daneben Haman am Galgen, darunter die Verurteilung des Haman.

Der zweizeilige Text darunter ist nicht mehr zu entziffern.

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 768  Ahasver (Xerxes)  verzeiht Ester

Ofenplatte, 76 x 70 cm, Lahngebiet, Ende 16. Jh.

 

Seltene dreifeldrig nach Art der Ölwunder-Platten von der Lahn gestaltete Platte mit einem Flechtwerkornament in den Säulen, wie es auf Platten dieser Region um 1600 vorkommt. Im linken Feld stehen zwei Männer, vermutlich Haman und Mardochai, im Mittelpunkt kniet Esther vor dem König, im rechten Feld sind zwei heranschreitende Frauen zu sehen, vermutlich Esther mit einer Dienerin. Unter dem Bild steht die Bildleiste:

ESTER • AM • V • CAPITTEL

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 193  Ahasver (Xerxes)  verzeiht Ester

Ofenplatte, 51 x 67 cm, Saarland (?), 1.H. 18. Jh.

 

Hier sind lediglich Xerxes, Esther, eine Dienerin und der finstere Haman zu sehen, der Galgen nicht. Die beigefügte Bibelstelle

 

ESTHER 7

 

fasst die Huld des Königs zusammen: Das Erscheinen Esthers vor seinem Thron ist im 5. Kapitel, die (entscheidende) Gewährung der Freiheit für das jüdische Volk (sowie die Verurteilung Hamans) ist im 7. Kapitel beschrieben.

 

 

 

 

 

 

Susanna im Bade

Susanne, die schöne gottesfürchtige Frau Joakims, des angesehenen Juden in Baylom, erweckt die Begierde zweier zu Richtern bestellter Stadtältester, die sich regelmäßig zu Aussprachen in Joakims Haus treffen. Beide belauern ständig die schöne Susanna ind em ind er Nähe ihres Hauses gelegenen Gartens. Als Susanna eines Tages ihre beiden Dienerinnen nach Öl und Salbe schickt und hinter verschlossenem Gartentor ein Bad nimmt, versuchen die beiden vorher eingeschlichenen Alten die badende Frau zu verführen. Susanna ruft um Hilfe. Darauf fliehen die beiden Alten. Tags drauf beschuldigen sie Susanna des beobachteten Ehebruchs mit einem jungen Mann.Das zeugnis der beiden alten Richter wiegt mehr als die Aussage der der Frau. Susanna wird ohne weiteres Verfahren zum Tod durch Steinigung verurteilt. Als sie zur Hinrichtung geführt wird, greift der "von Gottes Geist erweckte" junge Daniel ein. Er beschuldigt die beiden Alten des falschen Zeugnisses. Vor dem zusammengerufenen Gericht überführt er sie in getrennten Verhören widersprüchlicher Aussagen. Nun werden die beiden Alten "nach dem Gesetz des Moses" (falsche Zeugen verfallen der dem Angeschuldigten zugedachten Strafe) selbst gesteinigt.

Daniel 13

 

 

Inv.-Nr. 644   Susanna und die beiden Alten

Kaminplatte, 100 x 100 cm, Ardennen, 17. Jh.

 

IN BEARBEITUNG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 702   Susanna und die beiden Alten

Kaminplatte, 107 x 102 cm, Wallonie, dat. 1574

 

Die Szene auf dieser Kaminplatte zeigt die beiden alten Richter in langen Gewändern, wie sie nach der badenden bis auf ein Tuch über dem Schoß unbekleideten Susanna greifen, die erschrocken die Arme vor der Brust verschränkt.

 

Der ungewöhnliche Giebelaufsatz zeigt mittig ein Portrait und die Jahreszahl 

1574

auf. Platte sehr selten 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. 370   Susanna und die beiden Alten

Kaminplatte, 107 x 102 cm, Wallonie, dat. 1594

 

 

Dublette der vorherigen Platte mit Gießfehler (das Gusseisen hat die Form nur teilweise ausgefüllt), trotzdem wurde die Platte nicht verworfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inv.-Nr. XXX   Susanna und die beiden Alten

Kaminplatte, 107 x 102 cm, Wallonie, dat. 1574

 

 

Variante der vorherigen Platte, verm. Nachschnitt

 

Im Sandbett mit den Buchtaben N   I signiert.

Siehe gleiche Signierung auch Platte Scupido und Hannibal 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschichte des Jonas

Jonas ist von Gott als Bußprediger nach Ninive, der von den Babyloniern 612 vor Christus zerstörten Hauptstadt des Assyrischen Reiches und damaligem Zentrum aller Laster geschickt worden. Der Prophet will dem Auftrag Gottes entfliehen, und schifft sich in Jaffa ein. um nach Tarsis an die Ostküste Spaniens zu fahren. Doch Gott kann niemand entfliehen: Er schickt einen gewaltigen Sturm, die Matrosen müssen jeden Ballast abwerfen und suchen zusätzlich durch Los, den Schuldigen an diesem Unwetter zu ermitteln. Das Los fällt auf Jonas. — Er bekennt sich selbst schuldig und bietet sich als Opfer an.......Dann nahmen sie den Jonas und warfen ihn ins Meer und zugleich hielt das Meer ein mit seinem Toben.“ . . . Jonas wird von einem großen Fisch verschlungen, in dessen Bauch er drei Tage und Nächte ist, bevor er von ihm auf Geheiß Gottes an Land gespien wird. Auf neuen Befehl Gottes geht Jonas nun nach Ninive und verkündet dort den baldigen Untergang der Stadt, die sich nach seiner Predigt bekehrt und unversehrt bleibt.
Das wiederum paßt dem trotzigen Jonas nicht, weil er Gottes Gnade nur für sein Volk und nicht für fremde Sünder haben will. Zornig verläßt Jonas die bekehrte Stadt und baut sich eine Hütte, um dort abzuwarten, was aus Ninive wird. Gott läßt ihm Schatten spendend eine große Rhizi- nusstaude über das Haus wachsen. Als sich der Prophet zu sehr über den Schatten freut, schickt Gott ihm auch noch einen glühend heißen Wüstenwind, so daß Jonas sich den Tod wünscht. Gott teilt ihm aber mit, so sehr Jonas sich über die Rhizinusstaude ärgere, die er selbst nicht hochgezogen habe und die über Nacht entstanden und verdorrt sei, so leid tue es Gott, wenn die große Stadt Ninive untergehen müsse wegen ihrer Sünden. — Jonas erkennt seinen Fehler: Er war zu Unrecht erzürnt über Gottes Barmherzigkeit, die Gnade vor Recht ergehen läßt . . .
Vor allem wegen des Vergleichs mit Christus wird Jonas immer wieder dargestellt in der christlichen Kunst. Dabei wird auf das Wort Jesu Bezug genommen, so wie „Jonas drei Tage und drei Nächte im Bauch des Seeungeheuers war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein“ (Matthäus 12, 38). Den Juden stellte Christus die Menschen von Ninive als Vorbild hin: „Denn sie haben sich auf die Predigt des Jonas hin bekehrt und siehe, hier ist mehr als Jonas.“ Deshalb wird die Jonas-Geschichte dargestellt als Vorbild der Errettung des schwachen Menschen durch Gottes Erbarmen.

 

 

Inv.-Nr. 651   Die Geschichte des Jonas und Auferstehung Christi

Ofenplatte, xx x x cm, Lahngebiet (?), 1. H. d. 17. Jh.

 

Einformen von zwei Modellen: Links: Die in der Reihenfolge der Bücher des Alten Testaments letzte Darstellung einer alttestamentarischen Erzählung berichtet vom Propheten Jonas. Die Platte zeihgt links, wie Jonas von den Matrosen als Schuldiger am Seesturm kopfüber ins Meer gestürzt wird, ein großer Fisch schnappt ihn. Oben erkennt man den Schriftzug IONAS. Oben linls erkennt man in einer Wolke den Herrgott.

Rechts: Die Auferstehung Christi

 

 

 

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2 Der Verkauf der Exponate erfolgt aus einer Sammlung heraus, die vor 1950 erstellt wurde